Archiv für die Kathegorie 'Serien/Filme/Musik/Spiele'
Portal for free.
Eigentlich mache ich hier in meinem Blog ja keine Werbung. Höchstens mal eine gute Kritik für ein Videospiel, einen Film oder eine Serie. Heute mache ich mal eine Ausnahme, denn das gleich vorgestellte Produkt verdient’s wirklich, erwähnt zu werden.
Internetaffine Besucher werden’s bestimmt schon an anderer Stelle gelesen haben. Für die werden die gleich folgenden Neuigkeiten keine mehr sein. Im Zuge der Veröffentlichung der Onlinespieleplattform und Distributionssoftware Steam für MacOS (bisher gab’s die auf Standardwegen nur für das Betriebssystem aus Redmond) bietet der Spieleentwickler Valve sein sowohl von der Fachpresse als auch von den Spielern hochgelobte Mini- und Denkspiel Portal kostenlos zum Download an, jedoch nur noch bis zum 24. Mai 2010.
Jeder, der auch nur minimal etwas mit Computerspielen anfangen kann, sei dieser Download wärmstens empfohlen, der natürlich auch für Windows kostenlos ist. Zum Spiel selbst muss man wohl nicht mehr viel sagen, das haben andere schon getan. Es handelt sich bei Portal wie bereits erwähnt um ein Minispiel. Man darf also keine zweistellige Stundenanzahl Entertainment erwarten. Die paar Stunden, die man braucht, um Portal durchzuspielen, haben jedoch bisher noch jeden begeistert. Also schnell den Steam-Client besorgen, Account anlegen und Portal runterladen, falls man das nicht ohnehin schon getan hat.
Da das Spiel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat (verwendet die Half-Life 2 Engine), sollten die Systemanforderungen so moderat sein, dass eigentlich niemand Probleme haben sollte, das Spiel zum Laufen zu bekommen. Und da es sich bei Portal um ein Spiel handelt, dessen Qualität und Spielspaß nicht mit der Grafikpracht zusammenhängt (wie zum Beispiel bei Crysis, das meiner Meinung nach zu sehr gehyped ist), ist es auch mit niedrigen Grafikdetails genau so kurzweilig.
Ich selbst hab zwar Portal schon mal durchgespielt, meine eigene Kopie hatte ich allerdings bisher noch nicht. Das hab ich gestern Nacht gleich mal nachgeholt. Jetzt hab ich für eben zwischendurch wieder was sinnvolles zum Zocken.
Kein Kommentar vorhandenBeam me up, Scotty.
…kommt tatsächlich kein einziges Mal in der Original Star Trek Serie “The original Series”, also der Serie mit Kirk, Spock und Pille, vor. Woher ich das weiß? Na, ich hab mir in den letzten Wochen alle drei Staffeln der Star Trek Urserie reingezogen.
Als Trekkie war das schon längst überfällig, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich von allen anderen Star Trek Serien bereits alle Episoden kenne. Aber irgendwie hat mich dann doch sehr lange der Gedanke abgeschreckt, dass alle alten Episoden gleich aufgebaut sind: Crew landet auf uraltem Planeten, auf dem einst eine hoch entwickelte Zivilisation lebte, die nun aber verschwunden ist und deren Hinterlassenschaften gleich mal den ersten Redshirt tötet. Zum Glück wurde ich eines besseren belehrt.
Zu aller erst muss ich eingestehen, dass die Folgen sehr abwechslungsreich und vor allem spannend sind. Und das gar nicht unter dem Vorbehalt, dass die Serie bereits über 40 Jahre alt ist. Nein, auch nach heutigen Maßstäben weiß sie durchaus noch zu unterhalten. Mal spielt die Folge auf der guten alten Enterprise selbst, mal auf einem anderen Raumschiff und dann wieder auf oder unter einem Planeten. Einige Episoden spielen in der (unterschiedlich weit entfernten) Vergangenheit und andere in der Gegenwart. Gesellschaftskritische und ernste (Stichwort: kalter Krieg mit ständiger nuklearer Bedrohung, erste Mondlandung) Geschichten wechseln sich mit eher märchenähnlichen und humorvollen ab. Oft dient die Geschichte der Erde als Aufhänger (wilder Westen, drittes Reich) aber auch viele rein fiktive Geschichten werden erzählt. Es mag am Serienstil der 60er Jahre liegen, aber ich fand viele Episoden sehr spannend, auch wenn sie nicht gerade rasant erzählt wurden oder viel Action über die Mattscheibe flimmerte. Dafür weiß man bei vielen Episoden lange Zeit nicht, wie’s weitergeht und das Ende der Geschichte bleibt bis zum Schluss offen.
Mir als Informatiker fiel auf, dass sämtliche Technik analog ist. Klar, vom digitalen Zeitalter hatte man damals überhaupt keine Vorstellung. Damit will ich nicht sagen, dass analoge Technik alt und unfähig ist. Sämtliche Technologien wie Computer lassen sich analog genau so realisieren wie digital, nur eben anders, was viele wohl als den “Charme” der Serie bezeichnen. Informationen werden auf Magnetbändern gespeichert, Rechner bestehen aus Platinen voll mit Spulen und Röhren (anstatt aus Transistoren auf Chips) und anstatt pixeliger Flachbildschirme gibt’s an jeder Ecke die gute alte braun’sche Röhre.
Dass die Brückencrew des Flaggschiffs der Förderation aus den unterschiedlichsten Nationalitäten zusammen gesetzt ist, lockt heute keinen Hund mehr hinter’m Ofen hervor. Auch die weibliche Emazipation wurde mittlerweile von der Realität überholt. Die Freizügigkeit, mit der die Nebendarstellerinnen unterwegs sind, ist aber selbst heute noch eher ungewöhnlich, vor allem in einer amerikanischen Serie für’s Nachmittagsprogramm.
Schön waren auch die Zusammenhänge, die sich mit dem Rest des Star Trek Universums ergeben. So ist die Episode Der schlafende Tiger der Prolog zum zweiten Star Trek Kinofilm Der Zorn des Khan. Und woher die Seite Memory Alpha ihren Namen hat, weiß ich jetzt auch. Was mich dagegen gewundert hat, war das seltene und vor allem passive Auftreten der Klingonen. Da fiel ja fast öfter der Name Romulaner. Vom großen Konflikt zwischen Föderation und klingonischem Imperium ist da noch nicht viel zu merken.
Zusammenfassend war The original Series für mich eine große positive Überraschung. Die Serie kann auch in der heutigen Zeit noch durchaus mithalten (mit Ausnahme der Special Effects).
Eine nächste, bereits komplett abgedrehte Serie hab ich bisher noch nicht im Blick. Stattdessen gilt’s zahlreiche in letzter Zeit ausgelaufene Serien wie Battlestar Gallactica, Nip/Tuck und Prison Break zu ersetzen. Kandidaten dafür gibt’s ja zur Genüge: V, Chuck, Dollhouse, Flash Forward und so weiter…
1 Kommentar vorhandenMit Bats durch Arkham.

Meine große Ausgleichsbeschäftigung zur Diplomarbeit ist neben den obligatorischen Serien im Moment das PC Spiele daddeln. Kurz vor Weihnachten war ich mir “Stalker: Call of Pripyat” durch, über die Feiertage nahm ich mit “Call of Duty: Modern Warfare 2″ vor (zu dem’s keinen Artikel geben wird, da brauche ich ja zum schreiben länger als zum durchspielen) und bis gestern unterhielt mich “Batman: Arkham Asylum”, einer der Überraschungserfolge des vergangenen Jahres. Und um dieses Spiel geht’s heute in diesem Blogeintrag.
Wie schon an anderer Stelle erwähnt bin ich eigentlich überhaupt kein Comic- und Superheldenfan. Aber wenn ich mich für ein solches Universum entscheiden müsste, dann würde die Welt rund um Batman recht weit oben stehen. Ich denke die Tatsache, dass bei Batman niemand gottgegebene Superkräfte hat sondern dass sich die besonderen Eigenschaften der Protagonisten halbwegs rational erklären lassen (zumindest für eine Comicwelt) und auf Wissen und Wissenschaft beruhen, weckt bei mir die meisten Sympathien. Als ich die ersten Tests zum Fledermausspiel las, waren diese allesamt sehr überschwänglich und an jeder Ecke hieß es, dass es auch ein toller Zeitvertreib für Nicht-Batmanfans ist.
Außerdem war das die perfekte Gelegenheit mein neues technisches Spielzeug auszuprobieren. Denn zu Weihnachten habe ich mir einen Wireless XBox 360 Controller für den PC besorgt. In der Vergangenheit hat es mich nämlich immer geärgert, dass die Steuerung vieler Topspiele, die von der Konsole stammen, nur äußerst unzureichend auf die Maus-/Tastatursteuerung am PC portiert wurden. Ganz besonders bekam ich das zu spüren bei Assassin’s Creed , aber auch bei Dead Space war das ein großer Kritikpunkt. Also dachte ich mir: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt (das Spiel keine anständige Steuerung bekommt), dann kommt der Berg eben zum Propheten (ich besorge mir einen Konsolencontroller für den PC).
So, nun aber genug der Einleitung. Ist der virtuelle Ausflug auf die Gefängnisinsel von Gothan City wirklich so toll, wie’s überall heißt? Kurze Antwort: Ja! Lange Antwort: Ja, “Batman: Arkham Asylum” ist so toll, wie’s überall heißt. Ganz lange Antwort:
Das auffälligste ist die Grafik und das Setting und die Atmosphäre die mit ihr erschaffen werden. Die Irrenanstalt ist stimmig und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Zwar ist man während des ganzen Spiels nachts unterwegs und an vielen Orten kommt man unfreiwillig mehrmals vorbei, das macht aber überhaupt nichts, da man sich schwer an den Höhlen, Gebäuden und den Außenarealen satt sieht. Hier haben die Designer viel Liebe zum Detail bewiesen, angefangen von der kleinsten Gefängniszelle über die Pflanzen von Poison Ivy bis hin zu großen Gewölben, durch die sich der dunkle Ritter mittels Batgrapple schwingt. Da sieht man mal, zu was die aktuelle Unreal-Engine in der Lage ist: Schöne Schatteneffekte, fein strukturierte Oberflächen und äußerst realistische Charaktere.
Letztere (die Charaktere) sind die zweite große Stärke von Arkham Asylum. Nichtkenner des Batman Universums werden perfekt in die Welt des DC Comics eingeführt, Kenner der Geschichte werden viele bekannte Gesichter wiedersehen. Ob Scarecrow, der Riddler, Poison Ivy, Killer Crow und vor allem der Joker (aber auch noch sehr viele andere): Alle haben ihren grandios inszenierten Auftritt und ihre ganz eigenen Missionen. Das sorgt für Abwechslung: Ob nun in den (Alp-) Traumwelten von Scarecrow, den pflanzenüberwucherten Levels von Posion Ivy oder in der Kanalisation von Killer Croc, ständig ist Neues geboten.
Trifft man einmal nicht auf einen der zahlreichen Hauptcharaktere des Batman Universums ist man die meiste Zeit damit beschäftigt die Handlanger des Jokers zu verkloppen. Vor allem hier merkt man dem Spiel seine Konsolenherkunft an: In klassischer Beat-’em-up Manier muss man Angriffe kontern, Gegner verwirren und Schläge austeilen. Das macht höllisch Spaß. Bei diesen Kämpfen helfen auch die vielseitigen Gatgets von Herrn Wayne wie die Batgrapple, mit der man sich von Wasserspeier zu Wasserspeicher schwingt, dem Batarang, mit dem aus der Ferne Gegner kurzzeitig gelähmt werden können oder der Batclaw, mit der man einzelne Gegner an sich heran ziehen kann. Das ist auch bitter notwendig, denn klassische Waffen wie Messer, Pistolen oder gar Gewehre bleiben dem Flattermann vorenthalten. Über sie verfügen nur die Gegner und diesen Nachteil gilt es mit Batman’s Gadgets auszugleichen.
Wo Licht ist, ist aber auch Schatten (jedoch nicht all zu viel). Schade ist es wirklich, dass das Spiel zwar automatisch (und fair) speichert, man jedoch keine eigenen Spielstände anlegen kann. So lassen sich die wirklich zahlreichen Gebiete der Insel Arkham nur einmal und dann nie mehr besuchen. Einmal vorbei, immer vorbei. Das ist wirklich sehr sehr schade.
Kritikpunkt Nummer Zwei ist eine schlechte Eigenschaft, die sich immer mehr Computerspiele aneignen und die so aus dem Reich der Konsolen stammt: Anstatt dem Spiel ein zwei Level mehr zu spendieren wird die Spielzeit des Spiels durch Suchrätsel der Marke “finde alle XYZ im Level ABC” oder “meistere alle Herausforderungen in der und der Zeit” künstlich aufgebläht. Versteht mich nicht falsch: Bietet ein Spiel so viel zu entdecken wie “Batman: Arkham Asylum” blicke ich gerne in Winkel und Ecken. Nach ein paar Stunden wird das aber langweilig. Dann doch lieber ein paar zusätzliche Levels, auch wenn diese freilich mehr Entwicklungsaufwand bedeuten.
Abschließend bleibt auch mir nur zu sagen: Arkham Asylum ist ein überragendes, kurzweiliges und atmosphärisches Spiel, das auch nicht Nicht-Batmanfans ruhigen Gewissens ans Herz gelegt werden kann.
Wie immer in meinen letzten Spielekritiken gibt’s zu guter Letzt einen Link auf den Spieletest bei gamestar.de sowie das von dort stammende Testvideo.
Kein Kommentar vorhandenWillkommen zurück in der Zone.
Vor kurzem habe ich das zweite, selbst lauffähige Add-On zum Open World Shooter Stalker durchgespielt. Der Titel mit dem Namen “Call of Pripyat” schickt den Spieler in Form des ukrainischen Geheimdienstoffiziers Major Degtarew in die Zone rund um den 1986 havarierten Reaktor von Tschernobyl. Man kämpft also dieses mal nicht wie im Hauptprogramm “Shadow of Tschernobyl” und dem ersten Add-On “Clear Sky” als einer der namensgebenden Stalker sondern auf Seiten der Regierung.
Spielerisch macht das jedoch keinerlei Unterschied, denn um seinen Auftrag auszuführen, tarnt man sich kurzerhand als einer der durch die Zone streifenden Alleingänger, die auf der Suche nach wertvollen Artefakten, Abenteuern und/oder Antworten zu den Anomalien des radioaktiv verseuchten Gebiets sind. So spielt sich “Call of Pripyat” wie seine Vorgänger, wirkt jedoch wesentlich erwachsener.
Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Spielwelt, die aus drei komplett frisch designten Regionen besteht, wirkt wie aus einem Guss. Anomalien treten nun nicht mehr zufällig auf sondern wurden stimmig und passend in die Landschaft eingebaut. Ein weiterer Grund für die Reife von “Call of Pripyat” ist das Design der Haupt- und Nebenquests. Letztere werden nun ebenfalls nicht mehr zufällig generiert. Stattdessen sind sie oft mehrteilig. Auf diese Weise wird man quer durch die neuen Gebiete geschickt. Eine tolle Verknüpfung von sonst eher langwieriger Laufarbeit, Erkundung der Zone und erzählter Atmosphäre. Positiver Seiteneffekt: Die Charaktere, die sich neben uns rund um dem Krisenreaktor tummeln, bleiben einem viel besser in Erinnerung, da ihre Geschichten originell erzählt werden. So hat man auf der einen Seite die Offenheit der Spielwelt, auf der anderen Seite bietet die Story einen roten Faden, der keinen Leerlauf aufkommen lässt.
Leider fehlt es “Call of Pripyat” fast vollständig an den von mir in “Shadow of Tschernobyl” geliebten unterirdischen Laboren und Versuchsanlagen. Überirdisch ist hingegen für viel Abwechslung gesorgt: Bahnanlagen, die Jupiter-Forschungsstation, in ausgetrockneten Flussbetten liegende gestrandete Schiffe, die namensgebende verlassene Stadt Pripyat, Bunker, Wissenschaftsstationen, Militärlager und nicht zuletzt die Anomalien. Da stört es auch nicht wirklich, dass alles grau in braun ist.
Erfahrene Stalker düften auch beim Aufbau des Spiels ein Déjà-Vu Erlebnis haben. Während man in den ersten beiden Regionen viel Zeit zum Erkunden auch des letzten Winkels hat, hetzt einen die Erzählung fast schon ein wenig durch die finale Region Pripyat. So ähnlich lief das auch schon in “Shadow of Tschernobyl” und “Clear Sky”, wo sind am Ende die Ereignisse fast überschlagen und man die letzten Levels leider gar nicht mehr richtig genießen kann.
Technisch ist die Grafikengine zwar schon etwas angestaubt, was man an der Polygonarmut von Spielern und Umgebung erkennt, dafür zahlt sich der massive Gebrauch von Shadern wirklich aus. Dort wo schwammige Texturen Oberflächen zieren werden diese durch Schatten- oder Wettereffekte gekonnt kaschiert und aufgehübscht. Bei Regen fließt Wasser von den Objekten, in gleißendem Sonnenlicht reflektieren metallische Oberflächen stimmungsvoll das Licht. Schatten an allen Enden lassen die Welt realistisch wirken. So entsteht wieder ein unvergleichliches Mittendringefühl. Das war es, was bereits die beiden Vorgängerprogramme besonders auszeichnete. Das i-Tüpfelchen ist die Soundkulisse, die sich dynamisch und passend der aktuellen Situation anpasst. Einfach grandios.
Abschließend muss ich sagen, dass ich mit “Call of Pripyat” sehr gerne zurück in die Zone gekehrt bin. Am Ende der Kampagne lässt es einem das Spiel offen, entweder das Spiel abzuschließen oder wieder nach Pripyat in einer Form Endlosspiel zurück zu kehren, um auch die letzten Verstecke zu finden und allerletzten Quests zu lösen. Ich habe mich sofort für die Rückkehr entschieden.
Einen empfehlenswerten “professionellen” Test des Endzeitshooters findet man bei gamestar.de. Von dort habe ich auch folgendes Video. Bewegte Bilder sind dann doch oft schöner als nur geschriebener Text.
Kein Kommentar vorhandenJetzt ist ihm nichts mehr heilig.
Gestern Abend war ich seit längerem mal wieder im Kino. Roland Emmerich’s neuer Katastrophenfilm 2012 stand auf dem Programm.
Die Story des Films ist (sehr) schnell erzählt. Wer Independence Day oder The Day after Tomorrow des selben Produzenten kennt, den dürfte wenig (bis gar nichts) Neues erwarten. Für alle, denen diese beiden Prototypen des Genres entgangen sind, sei das Dossier – Katastrophenfilme aus Corny’s Blog allerwärmstens empfohlen.
Negatives gibt’s über den Film einiges zu berichten. Stereotype Charaktere (entsprechen wirklich 1:1 der Beschreibung aus Corny’s Blog), Anzahl überraschender Wendungen gleich Null, dafür umso mehr inhaltliche logische Fehler und ein absolut nicht vorhandenes korrektes Verständnis von Physik, weder von Avionik, noch von Thermik und erst recht nicht von Teilchenphysik und Geologie sowie dem Mayakalender. Naja, aber man weiß ja schon im Voraus, worauf man sich einlässt. Schließlich ist bei Roland Emmerich bekannt, was man serviert bekommt.
Die stereotypen Charaktere haben aber auch ihr Gutes: Man weiß innerhalb von zwei Femtosekunden, was Sache ist. So bleibt mehr Zeit für Special Effects und die schamlose Vergewaltigung der Gesetze der Physik. Logische Fehler sind auch nebensächlich, schließlich hat man das Gehirn bei Betreten des Vorführungssaals ausgeknipst. Inhaltliche Mängel fallen dann erst auf, wenn’s ohnehin zu spät ist.
Warum ich das Negative des Films positiv sehe? Naja, weil er trotz aller Kritik wirklich hervorragend unterhält, zumindest bei mir war das so. Langeweile trat bei mir nur kurzzeitig vor dem Boarding auf. Ich will ja nicht zu viel über die Story, naja, nennen wir’s mal lieber die einzige halbwegs vorhandene Überraschung verraten. Ansonsten kaschiert das Feuerwerk an Explosionen und Zerstörung die Überlange des Films exzellent. So ziemlich alles, auch niet- und nagelfestes, muss dran glauben. Ob nun die Städte Los Angeles oder Las Vegas, kulturell wertvolle Bauten wie der Petersdom oder die Sixtinische Kapelle oder Zentren der Macht wie das Weiße Haus: Alles wird spektakulär in seine Einzelteile zerlegt. Und im Gegensatz zu Independence Day muss dieses mal auch dir Air Force One dran glauben.
Mich auf jeden Fall hat der Film gut unterhalten. Im Gegensatz zu Transformers 2, dessen Handlungsniveau in exakt der selben Liga spielt, kam mir die Story auch wesentlich flüssiger vor und passte einfach besser zum Knall und Bumm der dem Computer entsprungenen Verwüstung. Vielleicht liegt’s aber auch dran, dass ich aufgrund der oben erwähnten Vorkenntnis mit eher geringen Erwartungen in den Film ging. Das zahlte sich auch schon bei No Country for old Men aus.
Nachtrag (am 16.11.2009):
Ein bisschen Werbung muss ein: Dom hat auch eine Kritik zu 2012 geschrieben.
Now playin’.
Von meinen Freunden werde ich recht oft gefragt, welche Musikrichtung ich denn höre? Wenn ich dann “EBM”, “(Dark-) Elektro”, “Aggro Tech” und “Noise” antworte, dann können sich die meisten Nichts oder was Falsches drunter vorstellen. Aus diesem Grund poste ich einfach mal eine meiner aktuellen Playlists, die so ziemlich die oben genannten Musikrichtungen abdeckt. Sie ist zwar bei Weitem nicht vollständig, jedoch werden zahlreiche bekannteren Bands aus den Genres genannt. Keine Sorge: Wer beim Durchlesen keine einzige ihm bekannte Band entdeckt: Ich vermute mal, dass jeder dieser Tracks bis jetzt Lichtjahre entfernt von den kommerziellen Charts war/ist.
:wumpscut: |
Capital Punishment |
Ad·ver·sary |
Waiting for Gira |
Amduscia |
Fucking Flesh (Raw Mix) |
Animassacre |
(R) Evolution |
Animassacre |
Noise of Doom |
C-Drone Defect |
Morituri te Salutant |
Code Machine |
Human Tragedy |
Diary of Dreams |
Chemicals |
DYM |
NewWorldBrave |
DYM |
Life Sized |
Eisenfunk |
Duck & cover (300 RMX) |
Eisenfunk |
B29 |
Eisenfunk |
Eisenfunk v3.0.tar.gz |
Funker Vogt |
Thanatophobia |
God Module |
Resurrection |
Headscan |
Dead silver Sky |
La Magra |
City of the Dead (Remixed by Robert Dope) |
La Magra |
City of the Dead (Remixed by Animassacre) |
Noisuf-X |
Awakening |
Painbastard |
Todesengel (Armageddon RMX by SITD) |
Painbastard |
Todesengel |
Retractor |
You don’t know |
SITD |
Snuff Machinery (Machine in Motion) |
Suicide Commando |
Bleed for us all |
Suicide Commando |
Cause of Death: Suicide |
Suicide Commando |
Bleed for us all (:wumpscut: RMX) |
Suicide Commando |
Better off dead (Driller RMX) |
Tamtrum |
In a little Skull Box |
Tamtrum |
Cujus Animam Gementem |
Totakeke |
Millenia |
Unter Null |
Destroy me |
Unter Null |
You have fallen from Grace |
X-Fusion |
C'mon Devil |
Ich denke, ich werde demnächst noch eine zweite, kürzere Playlist online stellen, in denen Tracks enthalten sein werden, die auch auch gerne höre, aber weniger mit den eben vorgestellten Genres zu tun haben.
2 Kommentare vorhandenDer kleine Bruder denkt an dich.
Das ist vielleicht eine schöne Überraschung: Da kommt man von der Meerjungfrau aus München zurück und schon erwartet einen die werte Nachbarin mit einem Paket von Amazon. Verwunderlich ist die Geschichte deswegen, da ich garnix bestellt habe und in der heutigen Zeit auch niemand was zu verschenken hat. Denkste, denn das Paket stammt vom “kleinen Bruder” Corny, der für mich Star Trek Countdown bestellt hat, ein Comic, der die Vorgeschichte zum aktuellen Star Trek Kinofilm erzählt.
So enthält Star Trek Countdown auf knapp 100 Seiten in vier Kapiteln zahlreiche Antworten auf Fragen und (scheinbare) Widersprüche, die der aktuelle Star Trek Kinofilm rund um Nero, Spock und Co. aufwirft. An dieser Stelle möchte ich gar nicht all zu viel von der Story preis geben. Wer will kann sich den Comic gerne mal von mir ausleihen (darf man das überhaupt noch in der heutigen Zeit, Printmedien verleihen? Oder führt das auch schon zu urheber- und lizenzrechtlichen Konflikten?). Allerdings kann ich sagen, dass ich den Eindruck habe, der Comic versöhne gerade die alteingesessenen Trekkies, denen der Film zu actionlastig ist und die sich darüber aufregen, dass praktisch das gesamte Star Trek Universum nun über den Haufen geworfen wird. Für sie liefert die künstlerische Bildersammlung erstaunlich viele und logische Antworten, die eigentlich (zumindest teilweise) in den Film einfließen hätten müssen. Aber das hätte ihn wohl letztendlich doch zu sehr aufgeblasen. So gibt es ein schönes Wiedersehen mit Teilen der alten Crew aus Next Generation, nur eben in Papierform.
Für mich war das ganz schön ungewohnt, denn eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von Comics (wobei ich auch keine Antipathie ihnen gegenüber habe, ich lese einfach nur keine). Trotzdem war’s sehr kurzweilig, ihn zu durchzuschmökern. Viele Details kannte ich ja schon vom Corny, die er mir letzten Samstag erzählt hat. So gibt’s aber noch mal die Vorgeschichte aus einem Guss und in Hochglanz.
Abschließend vielen herzlichen Dank an meinen neuen “kleinen Bruder”. Das Paket war wirklich eine riesen Überraschung für mich, mit der ich wirklich nicht gerechnet habe und die mir sehr viel Freude gemacht hat und immer noch macht. Sehr viel mehr als einfach nur nett.
1 Kommentar vorhandenSeelig die Armen im Geiste.
Was macht ein Informatiker, wenn er Freizeit hat und draußen das Wetter schön ist? Genau: Er hockt sich vor die Glotze und guckt DVDs. Das ist auch gut so, denn so kann ich euch heute einen tollen Film präsentieren und empfehlen.
Idiocracy ist eine (leicht) gesellschaftskritische Komödie, die sich um den total durchschnittlichen Joe Bauer dreht, der durch ein missglücktes Armyexperiment 500 Jahre in die Zukunft katapultiert wird. Anstatt einer hochentwickelten Kultur mit Raumgleitern, Weltfrieden und Außerirdischen findet er dort jedoch eine total verblödete, selbstgefällige und versexte Gesellschaft vor, in der sich die Proleten und Primitiven durchgesetzt haben, einfach aufgrund der Tatsache, dass sie mehr Kinder zeugen als Akademiker. Plötzlich ist Joe gar nicht mehr so durchschnittlich sondern auf ein mal der klügste Mensch des Planeten. Von nun an darf er sich mit den “Errungenschaften” der Zukunft herumschlagen und stolpert von einem Schlamassel ins nächste.
Der Film ist durchweg unterhaltend. Zwar sind die Gags nicht bahnbrechend und das Ende ist absehbar, nichts desto trotz gibt’s viele Lacher, vor allem im Hinblick auf die gesellschaftlichen Probleme, die der Film anspricht wie Verdummung, Kommerzialisierung und Idealisierung von Idealen, die eigentlich keine sind. So ist beispielsweise der Präsident der Vereinigten Statten ein Profiwrestler und an jeder Ecke gibt’s Huren für lau.
Irgendwie ist der Film vollkommen an mir vorbei gegangen, als er 2005 erschien. So entpuppte sich die DVD in der Videothek als toller Glücksgriff, denn so kann ich eigentlich jedem diesen Film empfehlen. Ohne Einschränkung.
3 Kommentare vorhandenAuf zu den Sternen, ähh nach Nürnberg.
Wie unschwer an meinem letzten Blogeintrag zu erkennen ist, hab ich meine Diplomprüfungen letzte Woche hinter mich gebracht. Das musste die letzten Tage in einem wahren Party-Marathon gefeiert werden, von dem’s jetzt häppchenweise Artikel in meinem Blog geben wird. Chronologisch nicht ganz korrekt aber dem aktuellen Anlass entsprechend geht’s mit meinem Ausflug zum Corny nach Erlangen und zur Premiere des neuen Star Trek XI in Nürnberg los.
Lange geplant war’s diesen Mittwoch endlich so weit: Deutschlandweit gab’s Premieren des neuen und runderneuerten (dazu später mehr) Star Trek Kinofilms, mittlerweile schon in der elften Auflage. Wie es sich für drei Trekkies wie’n Corny, ‘n Mani und mich gehört, muss die erste Vorstellung gleich genutzt werden, um sich anzusehen, was J. J. Abrams da so auf die Kinoleinwand zaubert und zwar nicht irgendwo, sondern im nürnberger IMAX mit fetter 600m² Leinwand. Letztendlich waren wir dann auch nicht nur zu dritt, sondern allein da Corny hat über zwanzig Leute mobilisiert, die die Premiere verfolgen wollten.
Bevor wir aber am Mittwoch Abend ins Lichtspielhaus pilgerten, fuhr ich bereits einen Tag früher nach Erlangen zum Corny, die neu gewonnene Freizeit ein wenig nutzen. Nach leckerer Pizza musste die Wii für Unterhaltung sorgen, was sie dank House of the Dead, Koop-Modus und Revolver-Adapter für die Wii-Mote auch hervorragend tat.
Am Mittwoch Mittag ging’s zur Bettina, einer Freundin vom Corny, die ihn in eine, wörtlich, “Star Trek Schlampe” verwandelte (visuelle Veranschaulichung siehe unten). Das heißt: Blaues Star Trek Kleid, Strumpfhosen, High Heels und Liedstrich. So verkleidet durfte ich dann den ganzen Nachmittag mit’m Corny durch die nürnberger Fußgängerzone latschen. Die Blicke im Bereich von “amüsiert” bis “Schwuchtel” waren uns sicher.
Und dann war’s endlich so weit. Der Abend nahte was für uns hieß: Auf zur Vorparty der Premiere. Dort gab’s zwar leider nicht so viele verkleidete Trekkies zu sehen wie erwartet, ein paar coole Hingucker waren aber dann doch da (ebenfalls siehe unten). Eines sei an dieser Stelle schon mal vorweg genommen: Corny hat mit seinem Tuntenoutfit den Contest für die beste Verkleidung des Abends gewonnen, worauf er sehr, sehr stolz ist. Der Stundenzeiger näherte sich kontinuierlich der Acht und dann war’s endlich, endlich (und für’n Corny auch noch ein drittes endlich) so weit: Licht aus, Spot, ähh Film an.
Kurzfazit: Star Trek ist endlich im 21. Jahrhundert angekommen und das ist gut so. *spoiler anfang* Langfazit: Der Film unterhält zwei Stunden lang und das auf hohem Niveau. Schon mal ein sehr gutes Zeichen.
- Die Schauspieler: …harmonieren hervorragend zusammen. Die Befürchtung, dass sie zu jung wären um glaubhaft zu wirken bestätigte sich zum Glück nicht. Stattdessen kann jeder mit seinem individuellen Charakter (für einen Action-/ScienceFiction-Film) überzeugen, allen voran Simon Pegg als Scotty, wohl der neue Publikumsliebling. Eine gute Brücke zwischen den Personen der Hauptserie und den Erwartungen an einen Action-Charakter im modernen Kino.
- Die Story: …ist sowohl für einen Star Trek Film als auch für einen Action-Blockbuster dicht und bis auf ein paar kleinere Unstimmigkeiten gelungen. Einerseits verstehe ich, dass sich viele Trekkies vor den Kopf gestoßen fühlen mit der (vorerst endgültigen) Zerstörung Vulkans und der am Ende des Films eingeführten und nicht mehr korrigierten alternativen Zeitlinie, andererseits müssen derartige Maßnahmen wohl her, um ein Franchise neu zu starten. Zwei Kritikpunkte meinerseits: Die rote Materie ist ja ganz schön an den Haaren herbei gezogen (sie eröffnet aber coole Möglichkeiten) und das Hauptmotive für Nero, aufgrund einer Naturkatastrophe gleich eine ganze Zivilisation auszulöschen, finde ich übertrieben.
- Die Special Effects: …sind endlich kinowürdig, aber sowas von. Eine Action Szene reiht sich an die nächste, die Subwoofer haben ordentlich zu tun und aufgrund der Geschwindigkeit der Schnitte sind Erfahrungen mit Egoshootern vor dem Kinobesuch empfehlenswert. Trotzdem kommt die Story nicht zu kurz.
- Aus der Sicht von Trekkies: Naja, denen kann man’s ehh nie recht machen. So gesehen… Vielen wird wie erwähnt die alternative Zeitlinie mehr als sauer aufstoßen. Aber Zeitreisen und Paralleluniversen gab’s bei Star Trek bereits zu Hauf. Ich persönlich kann mich damit sehr gut anfreunden, vorausgesetzt, der bereits in der Planung befindliche zwölfte Star Trek Teil spinnt das neue Universum gut fort. Sehr gut haben mir die zahlreich vorhandenen Anspielungen gefallen. Bestes Beispiel: Captain Archer’s Beagle oder der Kobayashi Maru Test. Und es kommt sogar ein klassisches Redshirt vor.
- Aus der Sicht von Normalos: Soweit ich das als Trekkie beurteilen kann, kann man der Story auch sehr gut folgen, auch ohne jemals mit der Utopie von Gene Roddenberry in Berührung gekommen zu sein. Zwar werden viele Anspielungen und Aha-Effekte diesen Zuschauern verborgen bleiben, trotzdem dürfte aber dank der vielen Weltraumschlachten ein solider Popcornfilm übrig bleiben.
- Der Neustart: …ist meiner Meinung nach voll gelungen. Auf der einen Seite konnten die Elemente der ersten Star Trek Serie gut in die Jetztzeit portiert werden, auf der anderen Seite bietet der Film alles, was man heut zu Tage braucht. Die Variante mit der alternativen Zeitlinie ist ein geschicktes Mittel, sich zahlreicher unlogischer Ungereimtheiten bisheriger Star Trek Literatur zu entledigen und somit glaubhaft zu wirken. J. J. Abrams hat in meinen Augen tolle Arbeit geleistet und ich hoffe, dass ich nicht der Einzige bin, der das so sieht. Ein kommerzieller Erfolg ist dem Film zu wünschen, auch wenn die Konkurrenz groß ist.
Aber natürlich hab auch ich noch einen Kritikpunkt. Das, was mir am wenigsten gut gefiel ist die Tatsache, dass am Anfang des Films so gut wie alle bekannten Enterprise Charaktere noch Kadetten sind, am Ende des Abenteuers sie jedoch ihre gewöhnten, teils sehr hohen Ränge haben. Das ging mir etwas zu schnell *spoiler ende*.
Ich hab also zwei tolle Tage in Erlangen/Nürnberg verbracht. Abschließend gibt’s wie schon angekündigt einiges an multimedialem Material. Zuvor sei aber auf den Blog vom Corny verwiesen, der natürlich auch vom gestrigen Abend berichtet.
Fotos:

Corny wird professionell geschminkt. Was dabei rauskommt ist jedoch alles andere als professionell.

Der Beweis: Corny verkleidet unterwegs mitten in nürnbergs Innenstadt.

Da kommen Corny’s Gadgets so richtig zum Einsatz. Hier ein Tricorder aus der der Originalserie.

Am Abend unter Trekkies fiel Corny dann gar nicht mehr so stark auf.

Für seine Verkleidung gab’s den ersten Preis.
Videos:
Ein ziemlich cooles Video vom Veranstalter, dem Radiosenders Hit Radio N1, der gestrigen Party. Zur zugehörigen Bildergalerie geht’s hier.
Zu allerletzt, wer noch am zögern ist, sollte sich diesen Trailer reinziehen. Meiner Meinung nach einer der besten Trailer, die’s überhaupt gibt.
Nachtrag (am 09.05.2009):
Nachträglich seinen noch zwei externe Filmkritiken erwähnt:
Nachtrag (am 12.05.2009):
Und noch eine letzte Filmkritik vom Dom.
1,80 Meter tief begraben.

Nachdem ich mir bis Ende Januar alle Babylon 5 Folgen reingezogen habe musste eine neue Serie her, um meine lernfreien Abende auszufüllen (wenn ich nicht gerade am Computerspielen bin). Schon seit geraumer Zeit wollte ich mir “Six feet under” vornehmen. Von dieser Serie heißt es immer, dass wenn jemanden Nip/Tuck (in seinen frühen Staffeln) gefällt, dass einen dann auch Six feet under unterhalten wird. Und da mit Michael C. Hall ein von mir sehr geschätzter Schauspieler mit an Bord war, war die Gelegenheit günstig dieses popkulturelle Defizit auszubügeln, nicht zuletzt deswegen, weil diese Serie bereits abgeschlossen ist.
Eines gleich vorneweg: Diese Serie verdient den Daumen nach oben. Ganz klar. Die Serie schildert das Leben der Fishers, einer Bestatterfamilie aus Los Angeles, deren Familienoberhaupt gleich in der ersten Folge umkommt, worauf seine Söhne, der eine mehr, der andere weniger gern, in seine Fußstapfen treten. Somit dreht sich die Serie um das Alltagsleben der Fishers, was aufgrund der grundverschiedenen Charaktere für fünf packevolle Staffeln reicht, um gelebte und geträumte Lebensziele, Menschen die sich entwickeln und nicht zuletzt auch ein wenig um den Tod.
Da wäre der bereits erwähnte Michael C. Hall, der vor seiner Laufbahn als Serienkiller Dexter in Six feet under den schwulen David Fisher spielt (und das vielleicht sogar besser als Dexter) und sein Bruder Nathan, der sein Leben von einem Tag in den anderen lebt, ohne jemals wirklich Verantwortung zu übernehmen. Das dritte Kind der Fishers ist Claire, ein spätpubertärer Klischeeteenie, die sich ständig von ihrer Umwelt nicht beachtet, nicht respektiert und nicht gefördert sieht. Mutter der drei Kinder ist Ruth, ein Paradebeispiel an weißer Amerikanerin, die nach dem Tod ihres Mannes das Leben entdeckt und dabei von einem Fehler in den nächsten stolpert. Aber auch außerhalb der Fisher Family gibt’s Charaktere satt: Nathan’s immer-mal-wieder-Freundin Branda und ihr Bruder Billy, die beide aufgrund ihrer Psychologeneltern auf die eine oder andere Weise einen psychischen Knacks haben. Der Kunstdozent Olivier, der sich die Welt immer gerade so zurecht biegt, wie er sie gerade braucht. Oder aber der hochtalentierte Einbalsamierer Federico, der bei den Fishers im Familienunternehmen arbeitet und aufgrund seines Geschäftssinns das Bestattungsinstitut ab und zu ganz schön durcheinander wirbelt.
Die ersten drei Staffeln sind wirklich deluxe. Hätte ich im Moment nicht so viel für die Uni zu tun, dann hätte ich mir die ersten drei Jahre von Six feet under wahrscheinlich in zwei Tagen reingezogen. Tolle, abwechslungsreiche Persönlichkeiten gespielt von tollen Schauspielern in tollen Geschichten mit viel Menschlichkeit, das macht die Serie sehr kurzweilig. Danach hatte ich das Gefühl, dass die Serie ein wenig abflacht ohne wirklich sagen zu können, warum. Aber vielleicht lag das auch meinen im Moment durchaus vorhandenen Stimmungsschwankungen zusammen. Fakt ist, dass spätestens zur Mitte der fünften Staffel das hohe Anfangsniveau wieder erreicht war, gekrönt von einem der besten Serienabspanne überhaupt.
Wer also wie ich Ende Januar vor der Qual der Wahl steht, welche Serie es denn für den Fernseher sein soll, dem kann ich Six feet under nur empfehlen. Eine charakterreiche Serie mit toller, abwechslungsreicher und unterhaltender Handlung, ganz abseits von Action, Fiktion oder dergleichen.

