Archiv für Juni, 2008
Aus! Aus! Das Turnier ist aus!
Spanien hieß nun also unser Gegner im Finale der Fußball Europameisterschaft 2008. Nachdem die Russen den Spaniern bereits in der Vorrunde mit 4:1 unterlagen, kamen sie mit einem 3:0 im Halbfinale auch nicht viel besser weg. Wobei man meiner Meinung nach sagen muss, dass die Russen nach dem ersten Gegentreffer sich selbst aufgaben und die Spanier mehr als genügend Platz hatten, um ihren Zauberfußball zu spielen. Bei so offenen Räumen spielt jede Regionalligamannschaft ansehnlichen Fußball. Deswegen sah’ ich die Spanier zwar als Favoriten gegen uns im Finale, jedoch nicht als die derart übermäßigen, wie sie in den Medien angepriesen wurden. Schließlich hatten wir unsere Finalteilnahme auch nicht gerade im Lotto gewonnen.
Gestern wurde ich dann eines besseren belehrt, denn die Spanier gewannen vollkommen verdient das Finale und dürfen sich nach 44 Jahren wieder über den Gewinn eines großen Turniers freuen. Aber was war nur mit uns los? So gut gestartet und dann richtig stark nachgelassen, ohne dass die hochgelobten Spanier uns dazu gezwungen hätten. Die spielten nämlich anfänglich ziemlich ängstlich. Eigentlich der ideale Start für unsere Mannschaft. Die gab dann aber ziemlich schnell das Heft aus der Hand und meldete sich von da an vom Spiel ab. Also für die Tatsache, dass für die meisten Spieler auf dem Platz dieser Kick das Spiel ihres Lebens war, hab ich wenig Kampfgeist, wenig Engagement, wenig Kreativität und vor allem überhaupt kein Aufbäumen gesehen.
Da ist das 1:0 ja fast schon ein bisschen schmeichelhaft. Keinen einzigen richtigen Torschuss haben wir abgegeben. Aber dank einem diesmal sehr gut spielenden Jens Lehmann kam’s nicht schlimmer. Von den Leistungsträgern der deutschen Mannschaft Schweinsteiger, Podolski und Lahm war diesmal leider nicht all zu viel Rühmliches zu sehen.
Aber immerhin sind wir Zweiter geworden. Auch durchaus beachtlich, vor allem weil Mannschaften wie Italien, Frankreich, Holland, Portugal und letztendlich auch die Kroaten schlechtere Plätze belegten.
Ab heute haben wir dann wieder über 3% Inflation und Klimaerwärmung *g*. Zumindest bis zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.
Zum letzten mal gibt’s an dieser Stelle die Links zu Dom’s Blogeinträgen zur EM. Vielen Dank für die “Gastbeiträge”.
Kein Kommentar vorhandenLassen sie sich von der Feindpropaganda nicht täuschen…
…es spielt Deutschland gegen Deutschland. Naja, ganz so krass ist es natürlich nicht, aber bei 1.877.661 in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürgern (stand 31.12.2003) hatte die Partie gestern Abend schon einen ganz besonderen Charakter, bei dem’s nicht nur um die Einzug ins Fußball Europameisterschafts Finale ging.
Aber bevor ich zum gestrigen Spiel komme zuerst ein paar Worte zu den anderen Viertelfinalspielen, die nach dem Spiel Portugal gegen Deutschland noch ausgetragen wurden.
Unser gestriger Gegner Türkei tat sich ganz schön schwer gegen Kroatien, sich als unser Halbfinalgegner zu qualifizieren. In einem ziemlichen Grottenkick hätte man sich die ersten 118 Minuten ruhig sparen können. Dafür hatte es der Rest in sich. Kurz vor Schluss der Verlängerung (nach der regulären Spielzeit hieß es 0:0) gingen die Kroaten verdient mit 1:0 in Führung, denn bis dahin waren sie zwar keine gute, aber die bessere Mannschaft. Dann schlug die Stunde (naja, wohl eher Sekunden) der Türken, die in allerletzte Minute (122. Minute) den Ausgleich erzielten und anschließend das Elfmeterschießen gegen total gefrustete und schockierte Kroaten gewannen.
Wesentlich ansehnlicher war da schon das Spiel der Niederländer gegen Russland. Allerdings spielten die Holländer nach der überragenden Vorrunde erschreckend schlecht. Vielleicht hatte denen keiner gesagt, dass die Vorrunde nur drei Spiele lang ist und danach die K.O.-Runde beginnt. Auf jeden Fall musste auch dieses Spiel in der Verlängerung entschieden werden (1:1 nach der regulären Spielzeit), jedoch diesmal ohne Elfmeterschießen, denn die Russen ballerten unseren orangen Nachbarn gleich zwei weitere Tore rein. Mit diesem Spiel hatten die Russen sich verdient für’s Halbfinale qualifiziert.
Als Letzter im Bunde der Halbfinalteilnehmer konnte sich Spanien qualifizieren. In einem von den Italienern stark ausgebremsten Spiel, gewannen die Spanier letztendlich hoch verdient, allerdings erst im Elfmeterschießen. Zuvor spielten die Kicker vom Stiefel alles andere als weltmeisterlich, auch wenn sie ersatzgeschwächt waren. Mit so einem Spiel darf man einfach nicht weiterkommen. Die Spanier stehen seit 24 Jahren wieder einmal im Halbfinale eines großen Fußballtuniers und sind die einzige Mannschaft, die in der Vorrunde Gruppenerster wurde und das Viertelfinale überlebte.
Gestern dann das erste Halfinale Deutschland gegen die Türkei. Mein Gott haben wir schlecht gespielt. Zum davo’laufa. Ganz im Gegensatz zu den Türken, die das Spiel ihres Lebens spielten und in anbetracht der Tatsache, dass sie bisher für jeden Sieg richtig fighten mussten, einen Tag weniger Pause, dafür eine Verlängerung mehr hatten und unter massiven Spielermangel litten, 120% gaben. Dementsprechend gingen sie mit 1:0 verdient in Führung. Auch der schnelle Ausgleich verbesserte nicht das Spiel der Deutschen, die zwar in der zweiten Halbzeit besser, aber wirklich nicht gut spielten. Ich finde, die Türken hätten den Sieg eher verdient gehabt als wir, aber im Fußball gehört halt auch Glück dazu. Ein bisschen ironisch war dann noch, das diesmal die Türken nicht in letzter Minute noch ein entscheidendes Tor schossen sondern kurz vor Abpfiff Philipp Lahm im deutschen Trikot den 3:2 Endstand erzielte. Besonders gut gefallen hat mir diesmal wieder Bastian Schweinsteiger, der echt alles gab, viel gerannt ist und um jeden Ball gekämpft hat, egal wie verloren er schien.
Aber alles von der positiven Seite sehen: Nur eine gelbe Karte, fünf Tore, ein Flitzer und insgesamt gut sieben Minuten Übertragungsausfall.
Diesmal waren wir im Hacklberger Biergarten, was wir eigentlich schon zum Viertelfinale vor hatten. Auch diesmal gibt’s ein paar visuelle Eindrücke.

Gut, dass wir früh da waren, so hatten wir gute Sitzplätze.

Da kann man nix machen: Bild weg, Ton weg.

Zwar kein gutes Fußballspiel, aber immerhin gab’s für uns drei mal was zum jubeln. Einmal mehr als bei unseren Freunden mit dem Halbmond.

Abpfiff und ab in die Stadt. Vorher noch kurz ein Bild der Fans im Hacklberger Biergarten.

So wie letzten Donnerstag ging’s diesmal wieder nach dem Spiel zum Passauer Ludwigsplatz.
Ich hoffe jetzt, dass wir im Finale am Sonntag in Wien auf Spanien treffen, denn die nehmen unsere Kicker dann hoffentlich wieder ernst und spielen wieder vernünftigen und attraktiven Fußball.
Zu guter letzt, wie gewohnt, die Links zu Dom’s Fußballergüssen.
- EM Tag 14 – Krass, Alder!
- EM Tag 15 – Schade, Holland, alles is vorbei ;P
- EM Tag 16 – Viva la razza!
- EM Tag 17 – DERBY!!!
Mpemba-Effekt
Dass Quotensendungen der privaten deutschen Fernsehsender auch durchaus interessante und lehrreiche Inhalte haben können, hab ich ja schon geschrieben.
Letzten Mittwoch wurde in einer Wiederholung der Sat.1-Show Clever! der Mpemba-Effekt vorgestellt. Dabei handelt es sich um das 1963 vom damals 16-jährigen tansanischen Schüler Erasto Mpemba entdeckte Paradoxon, dass heißes Wasser unter bestimmten Umständen schneller gefriert als kaltes Wasser.
Interessant ist auch, dass es keine definitive wissenschaftliche Erklärung für dieses Phänomen gibt sondern lediglich diverse Erklärungsansätze.
Schön zu lesen, dass es auch in der neueren Zeit noch Erscheinungen gibt, die im Alltag auftreten können und relativ leicht erklärt sind, die die Wissenschaft aber ganz schön ins schwitzen bringt.
4 Kommentare vorhanden‘Schlaaand, ‘Schlaaand, ‘Schlaaand, ‘Schlaaand!!! *sing*
Die Gruppenphase der Fußball Europameisterschaft 2008 ist abgeschlossen und gestern haben die Deutschen das erste Viertelfinale bestritten. Zeit, die letzten Fußballtage Revue passieren zu lassen.
Am Dienstag hat’s nur eine der beiden großen Mannschaften Italien und Frankreich in Gruppe C erwischt. Die Franzosen unterlagen den Italienern während Rumänien den Underdogbonus gegen Holland nicht ausspielen konnte und verlor. Somit stehen die Niederlande und Weltmeister Italien im Viertelfinale während den Franzosen den Ausfall von Frank Ribéry und eine rote Karte nicht verkraften konnten und gegen Italien praktisch keine Chance hatten. Aber alles von der positiven Seite sehen: Sollten’s die Pasta-Spezialisten bis nach Wien ins Finale schaffen, können wir uns für 2006 gebührend bei ihnen revanchieren.
Am Mittwoch konnte sich noch Russland als letzte Mannschaft für’s Viertelfinale qualifizieren, während die Schweden die Heimreise antreten müssen. Die bereits als Gruppensieger feststehenden Spanier schickten die Griechen als Verlierer vom Platz, die als Titelverteidiger keinen einzigen Punkt einfahren konnten.
Gestern stand dann das erste Spiel der K.O.-Phase an: Portugal gegen Deutschland. Und ich behielt mit meinem maßlosen Optimismus recht (wobei optimistisch sein ned besonders schwer war, wenn extra das Corny-Überraschungsmaskottchen eingeflogen wird.), denn der Vizeeuropameister darf das Rückflugticket buchen. 3:2 haben wir die erschreckend schwach spielenden Portugiesen abgefertigt. Die waren echt so harmlos wie zwei Liter Wasser bei Zimmertemperatur. Da war wohl noch das Spiel um Platz Drei bei der Weltmeisterschaft im Hinterkopf, was auch gar nicht mal so falsch war, denn Bastian Schweinsteiger entwickelt sich immer mehr zum Portugiesenschreck. Diesmal erzielte er zwar nur ein Tor, allerdings bereitete er die anderen beiden vor und spielte auch sonst überragend. Überragend haben in meinen Augen auch wieder Ballack und Podolski gespielt während unser Gegner zwar bis zum Strafraum seine Klasse aufblitzen ließ, im Strafraum das Tor aber immer fünf Meter höher schätzte, als es wirklich war. Die beiden Treffer waren dann doch meiner Meinung nach eher glücklich, auch wenn der letzte Treffer das Spiel nochmal richtig spannend machte. Dementsprechend niedergeschlagen waren die Portugiesen nach dem Spiel.
Richtig los ging die Party dann aber erst, als wir in die Stadt fuhren. Zuerst im Autokorso laut hupend und jubelnd durch die Innenstadt, dann zu Fuß zum Ludwigsplatz, wo der Teufel los war. Ich sag nur: “Auf die Knie!”. Vielen Dank an dieser Stelle an meine beiden unumstößlichen Säulen Michi und Flo sowie an ‘n Dom, ohne den ich das nie gemacht hätte. Auf den Bildern unten kann sich jeder ein Bild von der Fete machen.

Halbzeitstand 1:2. Wider der ursprünglichen Planung waren wir nicht im Hacklberger Biergarten sondern beim Dom zu Hause (auch hier nochmals vielen Dank), was der Stimmung aber keinesfalls schadete. Im Gegenteil: Auch mit etwas mehr als zehn Leuten kann man Ramba Zamba machen.

Kurz vor Ende machte sich noch jedes mal blanke Panik breit, wenn sich die Portugiesen unserem Strafraum näherten.

Da hat die Neue Mitte doch was Gutes. Ein Durchkommen mit dem Auto absolut aussichtslos.

Passaus größte After-Fußballparty: Der Ludwigsplatz.

Auf die Knie! Auf die Knie! Gebt mir ein H. Gebt mir ein U. Gebt mir ein M. Gebt mir ein B. Gebt mir ein A. Gebt mir ein D. Gebt mir ein Ä. Und was gibt das? Humba Humba dädädä!!!

Deutschland beste Fans in Aktion.

Zu etwas späterer Stunde hatte die Polizei die Lage wieder etwas unter Kontrolle. Davor waren’s doch wesentlich mehr Leute.
Heute spielt Kroatien gegen die Türkei. Ich drücke den Kickern vom Bosporus die Daumen, denn ich hoffe auf ein Berlin-Berliner Halbfinale Deutschland gegen die Türkei. Aber auch gegen eine Revanche gegen die Kroaten für die Vorrundenniederlage hätte ich nichts einzuwenden.
Wie bei all meinen Europameisterschafts-Blogeinträgen gibt’s zum Schluss noch die Links zum Dom seinen Blog, der brav jeden Spieltag kommentiert:
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Für alle, die sich gefragt haben, warum’s im Mai so wenige Blogeinträge von mir gegeben hat und deshalb auch mein tolles Diplomprüfungsbanner so selten zu sehen gab, hier die Antwort: Ich werde nicht wie gplant in den Sommersemesterferien (September/Oktober) zu meinen Diplomprüfungen antreten sondern erst im Winter (Februar/März/April).
Der Grund hierfür ist eigentlich recht einfach: ich hab’ ja jetzt schon ein paar Wochen an der Vorbereitung für die Prüfungen gearbeitet und muss leider zugeben, dass ich zwar wohl rechtzeitig mit der Lernerei fertig werden würde, allerdings dann wohl bei meinem Prüfungen keine all zu gute Note rausspringen würde, weil die Lernzeit insgesamt einfach viel zu kurz bemessen gewesen wäre, um sich optimal vorzubereiten.
Das wiederum hängt damit zusammen, dass ich für mein Programmierpraktikum einfach viel zu lange gebraucht habe, mit dem ich eigentlich schon Mitte/Ende Februar fertig sein wollte. Die Arbeit der letzten Wochen hat nun gezeigt, dass die verkürzte Lernzeit leider nicht ausreicht um mich so vorzubereiten, wie ich mir das gedacht habe.
Nichts desto trotz bin ich im Moment fleißig am lernen, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im Winter werde ich dann noch eine Prüfungsvorlesung substituieren. Dadurch erhoffe ich mir mir in einem Fach geprüft zu werden, das mir wesentlich besser liegt, als das bisherige. Darüber hinaus werde ich mich schon in meine Diplomarbeit einarbeiten, damit’s damit dann nach den Prüfungen volle Kanne losgehen kann.


Auf feindlichem Territorium.
Der Favorit dieser Fußball Europameisterschaft scheint ganz eindeutig Holland zu sein. Zuerst fertigen sie den Weltmeister Italien mit 3:0 ab, dann fängt sich Vizeweltmeister Frankreich ‘ne 4:1 Klatsche. Allerdings ist noch nicht aller Tage Abend. Auch eine so gut spielende Mannschaft Mannschaft wie die Niederlande kann sich im Viertel- oder Halbfinale eine unglückliche 1:0 Niederlage einfangen.
Somit ist die Überraschung perfekt, denn vor dem heutigen letzten Spieltag in der Gruppe C belegen Holland und Rumänien die Qualifikationplätze für’s Viertelfinale. Bei einem Sieg der Rumänen heute wären die beiden großen Mannschaften Italien in Frankreich bereits in der Vorrunde ausgeschieden, egal wie toll sie heute spielen. Und wer weiß, vielleicht wird den Rumänen der Sieg heute ja geschenkt. Schließlich würde sich die Wohnwagenfraktion somit zwei äußerst unangenehme potentielle Halbfinalgegner vom Hals halten.
Weniger verwundert das Ausscheiden des Titelverteidigers Griechenland, die an ihren Überraschungserfolg vor vier Jahren nicht anknüpfen konnte, was ja auch ein wenig absehbar war.
Das bisher spektakulärste Spiel der EM fand meiner Meinung nach am vergangenen Sonntag statt, als die Türken einen 2:0 Rückstand gegen die Tschechen innerhalb von knapp 20 Minuten in einen 3:2 Sieg umwandelten. Fast hätte es ein Elfmeterschießen in der Vorrunde gegeben, was allerdings den Türken gegenüber etwas unfair gewesen wäre, da sie dann mit einem Feldspieler im Tor antreten hätten müssen. Der reguläre Torwart hatte kurz vor Ende die rote Karte gesehen. Wer sich aber so dumm wie die Tschechen hinten rein stellt, der hat’s auch nicht anders verdient, als doch noch auszuscheiden.
Gestern ging’s dann für uns Deutsche um Alles oder Nichts gegen Gastgeber Österreich. Der Sieger hätte sich für’s Viertelfinale qualifiziert, uns Teutonen hätte sogar ein Unentschieden gereicht.
Wir (also ich und ein paar Uni-Spezeln von mir, vielen Dank an die Zwillinge an dieser Stelle für Organisation, Essen und Logis) haben uns zu diesem Zweck auf feindliches Territorium nach Österreich, genauer nach Salzburg zum Public Viewing begeben. Viel zu früh waren wir am Residenzplatz, auf dem Platz für 25.000 Fußballfans war. Dafür hatten wir dann echt Top Plätze und mit diversen Kartenspielen und Animation seitens der Veranstalter wurde die lange Zeit bis zum Anpfiff rumgebracht. Leider öffnete der Himmel eine Stunde vor Spielbeginn seine Pforten und aufgrund des strömenden Regens wurden wir pitschnass. Kurz vor dem Anstoß hatte der Wettergott jedoch erbarmen und da 25.000 Fußballfans gut wärmen, waren wir auch recht schnell getrocknet. Ich würde sagen, dass etwa ein Drittel der anwesenden Schlachtenbummler zur Löw-Truppe hielten, der Rest drückte den Rot-Weiß-Roten die Daumen.
Wie von so einem wichtigen Spiel nicht anders zu erwarten, war es sehr kampfbetont. Vor allem die Österreicher konnten ihre offensiven Ziele nur selten durchsetzen und fingen sich stattdessen die ein oder andere gelbe Karte ein. Aber auch wir taten uns schwer, vor allem weil wir bis zum Ende zahlreiche hochkarätige Chancen nicht im Tor unterbringen konnten. So brachte auch eine Standardsituation, ein Freistoß von Ballack in der 49. Minute die Entscheidung, ein 1:0. Zwar wehrten sich die Österreicher anschließend noch nach Kräften gegen den Untergang, aber deren Brechstangenfußball ohne viel Einfallsreichtum war dann letztendlich doch keine große Bedrohung für unsere diesmal recht solide aufspielende Abwehr. Abschließend kann man sagen, dass es zwar kein all zu schönes, dafür ein umso spannenderes und durchaus unterhaltendes Fußballspiel war, in dem letztendlich die bessere Mannschaft auch gewonnen hat.
Gegen Portugal, unserem Viertelfinalgegner, muss aber noch wesentlich mehr Überzeugung auf dem Platz her, sonst wäre der Traum vom vierten Europameistertitel ganz schnell ausgeträumt. So wie’s aussieht, sehen wir uns das vierte und hoffentlich drittletzte Spiel unserer Nationalkicker im Hacklberger Biergarten an.
Auch diesmal gibt’s wieder ein paar visuelle Impressionen vom Public Viewing.

Das ist doch mal ein erster Eindruck: Grad erst in Salzburg angekommen und schon haben die Deutschen die größte Flagge.

Die Ruhe vor dem Sturm. Rechts im Vordergrund, das sind wir, zumindest teilweise. 4½ Stunden später werden 25.000 Fans auf’m Residenzplatz jubeln.

Auf der linken Seite formierte sich der deutsche Fanblock…

…während rechts die Österreicher “Stellung bezogen”.

Deutschland beim Eckball. Und die Hände gehen hoooch.

Zur Halbzeit stand’s 0:0. Dementsprechend wedelten noch beide Seiten mit ihren Fahnen.
Abschließend möchte ich wieder auf die Einträge im Blog vom Dom zur Europameisterschaft verweisen, die er seit meinem letzten Blogeintrag verfasst hat:
1 Kommentar vorhandenFür das deutsche Vaterland.
War neulich zusammen mit’m Dom beim Kaufland einkaufen und was seh’ ich da auf’m Parkplatz?
Leider hatte ich nur meine mickrige Handykamera zur Hand, aber mit der musste das “Diplomatenfahrzeug” einfach festgehalten werden.

Freunde des Montagssport.
Montag Abend bin ich immer beim Fußball spielen. Habe über’n Tom hier in Tittling ‘ne Gruppe gefunden, denen’s mehr um die Gaudi als um Leistungssport geht und bei denen ich mich mit meinen nicht gerade berauschenden Fußballskillz gut aufgehoben fühle. Im Winter können wir immer in der Turnhalle der Tittlinger Realschule kicken, diesen Sommer sind wir draußen auf’m Fußballplatz von Enzersdorf.
Heute fand in Witzmannsberg ein kleines Fußballturnier mit insgesamt neun Mannschaften statt. Bei diesem Kräftemessen traten lauter Mannschaften an, die genau so wie wir eher einen Amateurhintergrund haben. In zwei Gruppen wurde erstmal eine Vorrunde gespielt, an deren Ende sich die beiden top platzierten Mannschaften für’s Halbfinale qualifizierten.
Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen reichte es für uns nur zu Platz Drei in unserer Gruppe A. Somit hatten wir leider kanpp das Halbfinale verpasst. Allerdings muss man sagen, dass die beiden Mannschaften, denen wir unterlegen waren, es mit der “Amateurhaftigkeit” des Turniers nicht so ganz ernst genommen haben. Dementsprechend verloren wir die beiden Spiele auch recht deutlich. Im Elfmeterschießen um Platz Fünf zogen wir leider auch den Kürzeren, weshalb es nur für Platz Sechs gereicht hat, was aber im Vergleich zur letzten Teilnahme unserer Mannschaft, den “Freunden des Montagssport”, eine deutliche Steigerung ist.
Da ich in unserer Mannschaft nun wahrlich nicht zu den besten Spielern gehöre, viel mir auf der Bank hauptsächlich die Rolle des Co-Trainers zu. Das war allerdings nicht all zu schlimm. Lediglich zweimal wurde ich für insgesamt drei Minuten eingewechselt, auf die ich aber trotzdem stolz bin: In der kurzen Zeit habe ich alle meine Zweikämpfe gewonnen, habe einen Traumpass durch zwei Gegner gespielt, aus dem mein Mitspieler jedoch nicht mehr machen konnte und flitzte fleißig über den Platz, um angespielt zu werden.
Leider habe ich von diesem Event keine Fotos mitgebracht, weshalb ich mir in meinen Allerwertesten beißen könnte. Somit war’s das auch schon mit meinem Fußballblogeintrag, der ausnahmsweise nichts mit der Europameisterschaft zu tun hat.
Kein Kommentar vorhandenDas Spiel dauert 93 Minuten.
Diese bittere Erfahrung mussten die Schweizer am Mittwoch machen, als ihnen die Türken bereits nach der regulären Spielzeit noch einen einschenkten und mit 2:1 gewannen. Nach diesem hochkarätigen Spiel, das phasenweise mehr als Wasserschlacht durchging, stand der Gastgeber Schweiz als erste ausgeschiedene Mannschaft der Fußball Europameisterschaft 2008 fest.
Dem anderen Gastgeber, nämlich Österreich, kam die 93. Minute hingegen zugute, als sie am Donnerstag in letzter Sekunde einen Foul-Elfmeter verwandeln konnten und somit doch noch zu einem 1:1 gegen Polen kamen. Somit wahren sie sich immerhin noch die theoretische Chance auf den Einzug ins Viertelfinale.
Bitter traf’s am Montag den amtierenden Weltmeister Italien, der richtigen Altherrenfußball zeigte und nicht ganz unverdient den Niederlanden mit 3:0 unterlag. Für viele dürfte das Ergenis aber nicht all zu überraschend gewesen sein, gilt Holland als einer der Favoriten bei dieser EM.
Zu diesen darf sich unsere Bundeself so schnell nicht mehr zählen, nach der depremierenden 2:1-Niderlage gegen den schärfsten Gruppengegner Kroatien. Was war denn da los? Wo ist nur die Mannschaft vom Sonntag gegen Polen abgeblieben? Keiner wollte (oder konnte) Verantwortung übernehmen. Kam mal ein Ball in den gegnerischen Strafraum, waren wir so gefährlich wie ein Liter Wasser. Ganz im Gegenteil die Kroaten, die schalten und walten konnten, wie sie wollten, da defensives Mittelfeld und Abwehr irgendwie neben sich standen. Dabei wär da wesentlich mehr drin gewesen, denn gut haben die Kroaten auch nicht gespielt. Wie sagte Miroslav Klose nach dem Spiel: “Die Kroaten waren nicht so gut, wir eher schlechter”. Gefallen haben mir Podolski, Lahm und Schweinsteiger. Letzterer hat sich jedoch ‘ne absolut unnötige rote Karte eingehandelt (zwar nicht in der 93. Minute, aber lediglich ein paar Sekunden davor). Einfach nur dumm.
Dieses mal haben wir das Spiel an Passau’s größtem Public Viewing Standort genossen, der LKW-Halle der Löwenbrauerei. Obwohl wir schon zwei Stunden vor Anpfiff da waren, gab’s für uns nur noch zweitklassige Plätze. Die Leinwand war viel zu dunkel und die Deckenbeleuchtung dafür viel zu grell. Hoffentlich wird das nächsten Montag, wenn ich in Salzburg sein werde, besser. Ein paar Impressionen vom Spiel kann man unten bewundern.
Zum jetzigen Zeitpunkt der EM kann man sagen, das Portugal und Holland die großen Favoriten auf den Titel sind. Aber obwohl wir heute verloren haben, bin ich noch immer fest davon überzeigt, dass am Ende Deutschland den Pokal einheimsen wird. Man kann auch mit fünf gewonnenen Spielen Europameister werden.

Humba Humba dädärä. Leider gab’s ab der 24. Minute nicht mehr all zu viel zum jubeln.

Noch ist die Anzahl der Leute überschaulich. Eine Stunde später kurz vor Anpfiff sah’s dann schon ganz anders aus. Durchkommen unmöglich.
Zum Schluss möchte ich noch auf den Blog vom Dom verweisen, der viel fleißiger (nämlich fast täglich) als ich zur EM bloggt:
- EM Tag 1
- EM Tag 2 – Umba Umba Dädderdä
- EM Tag 3 – Gouda > Mozzarella
- EM Tag 4 – Sørtaki
- EM Tag 5 & 6 – Drama, Baby!
Anpfiff.
Seit Samstag ist es wieder soweit: König Fußball regiert, naja, nicht die Welt, aber immerhin Europa. In den nächsten drei Wochen werd’ ich an dieser Stelle ab und zu meinen Senf zu den Spielen abgeben. Zwar nicht so oft wie da Dom, aber in Zukunft gibt’s wieder mehr Gebloggtes von mir.
Das Eröffnungsspiel lief tragisch für die Schweizer. Nicht nur, dass sie über weite Strecken des Spiels klar die bessere Mannschaft waren, nein, muss sich auch noch ihr Leitwolf einen Teilinnenbandabriss im Knie zuziehen. Das ist natürlich nicht gerade der Stimmung im eigenen Land dienlich.
Dafür zeigten die Portugiesen im zweiten Spiel der EM zumindest in der zweiten Halbzeit, dass man durchaus mit ihnen rechnen kann. In einem über weite Strecken durchaus unterhaltenden Spiel besiegten sie die Türken.
Auch für den zweiten Gastgeber des Turniers Österreich lief das erste Spiel alles andere als geplant. Böse Zungen behaupten, dass für unsere rot-weiß-roten Nachbarn das Turnier nach vier Minuten vorbei war, als die Kroaten einen berechtigten Foul-Elfmeter verwandelten und somit auch den Endstand einstellten.
Sonst hab ich von dem Spiel nichts gesehen, da ich ‘m Tom beim Aufbauen für seine Fußball-Party anlässlich des ersten Deutschlandspiels geholfen habe. Neben Unmengen Daiquiri gab’s Gegrilltes satt und eine fußballwütige Partymeute, wie man auf den beiden Bildern unten sieht. Nach’m Essen fassen ging’s in den Partyraum zur Drei-Meter-Leinwand. Meiner Meinung nach haben unsere Nationalkicker verdient gewonnen, auch wenn die Polen die ein oder andere Chance für ein Tor hatten. Dafür gab’s unsererseits die ein oder andere Gelegenheit, die drin sein hätt’ können, nein müssen. Besonders gut hat mir der Einsatz unserer Spieler gefallen, um jeden Ball zu fighten und das schnelle direkte Passspiel, das die Polen ab und zu ganz schön alt aussehen hat lassen.
Auf jeden Fall ist die nächsten drei Wochen viel Fußball gucken angesagt. Eine, zumindest für mich, schöne Zeit steht bevor.

An gleich drei Fleisch-Garungsmaschinen (besser bekannt als Grill) wurde gebrutzelt.

Die Kriegsbemalung sitzt. Bei jedem Wetter.
