Archiv für Juni, 2010
Zahnlücke, Beinlücke.
Wie nicht anders zu erwarten und im Voraus auch schon angekündigt, hat unsere Nationalmannschaft gestern England aus dem Turnier geballert. Was war das für ein Spiel! 4:1 ist die höchste Niederlage, die eine englische Fußballmannschaft bei einer Weltmeisterschaft je über sich ergehen hat lassen müssen, beigebracht ausgerechnet vom (Fußball-) Erzfeind Deutschland. Und auch noch dieses “inverse Wembley-Tor”. Man sieht schon: Das waren gestern äußerst unterhaltsame und erfreuliche 90 Minuten. Wobei ich jetzt nicht fand, dass unsere Elf soo überlegen war, wie das im Nachhinein aus den Medien rüber kommt. Klar, der Sieg geht voll in Ordnung, retrospektiv betrachtet auch in der Höhe. Aber falls der gültige Lattentreffer als auch solcher gewertet wird, läuft das Spiel tatsächlich anders. Außerdem war da noch ein zweiter Lattenschuss in dieser Phase des Spiels kurz vor der Halbzeit. Da war sich Neuer schon sehr sicher, dass der nicht reingeht. So was kann auch nach hinten losgehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber dann kam doch alles ganz anders. Die Tore drei und vier waren dann klassische Kontertore. England musste bei diesem Spielstand einfach aufmachen und stürmen. Klar ergeben sich dann für den Gegner gute Chancen. So eklatant schlecht, wie dann aber diverse Einzelleistungen von Inselspielern waren, lassen einen doch im Nachhinein fragen, warum diese Mannschaft als mittelgroßer Favorit gehandelt wurde.
Zum Schluss bleibt die Erkenntnis, dass Argentinien ruhig kommen kann. Einige unserer Ballkünstler haben gestern nicht ansatzweise ihr volles Potential umsetzen können, allen voran Samy Khedira. Da ist also noch Luft nach oben. Für die Argentinier wird das also ein Déjà vu dieses Jahr: Wie schon 2006 treffen sie im Achtelfinale auf Mexiko und besiegen die Mittelamerikaner, in Viertelfinale treffen sie auf anschließend die Deutschen und scheiden aus. Ich erwarte auf jeden Fall wieder eine monumentale Fußballschlacht. Jetzt trennen uns nur noch drei Siege vom Weltmeistertitel.
Gesehen habe ich das Spiel in der regensburger Donauarena, die zwar nicht ganz gefüllt war, was aber der Lautstärke und vor allem der Feierstimmung in keinster Weise schadete. Sogar zwar einsame Engländer, anscheinend auf Studienfahrt, hatten sich verirrt. Spätestens nach dem 3:1 konnten die einem ganz schön Leid tun. Zuvor war noch Grillen beim Mani angesagt. Eine top Gelegenheit, den Mangel an getanktem Sonnenschein und über Glut gegarten Fleisch für diesen Sommer nachzuholen. Ähnlich dem letzten Vorrundenspiel ein überaus gelungener, sommerlicher Fußballtag. Wie gut’s uns gestern ging, kann auf den folgenden Fotos bewundert werden.

Gemütliches Grillen auf Mani’s Balkon in Regensburg. Dazu die volle Breitseite Sonneschein gratis.

Ein paar Fans mehr wurden’s dann doch noch. Laut uns stimmungsvoll war’s trotzdem. Die regensburger Donauarena ist ein prima Ort für Public Viewing.

Steffen, Andi, Karin und Mani mitten drin im Publikum.

Zwei verirrte Fans aus England. Da wussten sie schon, dass der Fußballnachmittag tragisch für sie enden wird.

So seh’n Sieger aus, schalalalala, so seh’n Sieger aus, schaalalalalala.
Ach ja, andere Spiele gab’s ja auch noch. Allerdings mit keinerlei Überraschungen. In den restlichen Gruppen- und den bisherigen Achtelfinalspielen haben sich allesamt die Favoriten durchgesetzt. Recht ansehnlich war das Spiel USA gegen Ghana. Allerdings sah man hier recht gut, dass die Amis ihre fehlende Technik nicht mit Laufbereitschaft und Teamspirit auslgeichen konnten. Für einen Kommentar zu den restlichen Spielen verweise ich wie immer auf Dom’s Blog.
Kein Kommentar vorhandenDas muss man ihnen lassen…
…die Engländer haben diesmal den “besten Vorbericht” zum Achtelfinalspiel gegen Teutonistan. Meistens handelt es sich bei den Schlagzeilen der britschen Boulevardpresse, besonders wenn es um Anspielungen auf Deutschland geht, um plumpe und abgedroschene (Welt-) Kriegsphrasen und ab und zu kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, die Briten wären ihrer eigenen Sprache nicht mehr mächtig. Was aber anlässlich des morgigen Auseinandertreffens zwischen den Halbmonarchen und der deutschen Elf in der Sun steht, ist wirklich mal was zum Schmunzeln.
Da das englische Bild-Pendant bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksam macht, dass ihr Copyright irgendwie immer verletzten werden könnte, spare ich es mir, meine Entdeckung direkt hier einzufügen sondern verlinke stattdessen direkt auf den entsprechenden Artikel und beschreibe einfach ein wenig, was ich da entdeckt habe: Um dem Lagerkollaps entgegen zu wirken, unternahmen unsere Kicker eine Safari im eingegitterten Touriwagen. Die Metallstangen dienten dem Schutz vor den Löwen, die’s auf dem Ausflug zu sehen gab. So entstand ein Foto, in dessen Hintergrund der Transporter mitsamt unseren Fußballern zu sehen ist und im Vordergrund drei Löwen vorbei ziehen. Untertitelt hat das die Sun mit “Germans are terrified of Three Lions“.
Naja, diesen “Sieg der Medien” lasse ich gerne unseren klopsigen Inselnachbarn. Das war’s dann aber auch schon mit Geschenken. Stattdessen kriegen die Georgskreuzler morgen im Spiel eins ordentlich auf den Deckel. Mit oder mitohne Elfmeterschießen.
Kein Kommentar vorhandenEngland, wisst ihr noch, 1990 im Halbfinale?
Hurra, Deutschland steht im Achtelfinale der Fußball Weltmeisterschaft 2010. Nach einem (nennen wir’s mal Arbeits-) Sieg gegen Ghana am gestrigen Abend steht die deutsche Mannschaft in der ersten K.O.-Runde des Turniers und trifft dort auf England. Ein echter Klassiker, wenn nicht die Mutter aller Klassiker. Mit Ruhm haben wir uns jedoch ehrlich gesagt nicht bekleckert: Ghana war ein ebenbürtiger Gegner, zumindest was die Chancen (nicht deren Verwertung) angeht. Die Black Lions standen sehr kompakt in der Abwehr und waren nach Vorne überraschend gefährlich. Dank einem guten Kapitän Philipp Lahm und einem überragenden Bastian Schweinsteiger konnte allerdings Schlimmeres verhindert werden. Zum Glück erlöste uns Özil nach einer kapital vergeben Chance mit einem wunderbaren Treffer aus der Spannungsstarre. Den Grund, für das zumeist zähe Spiel unserer Elf sehe ich im jungen Alter der Mannschaft und dem ungeheuren Druck, der auf dem Team lastet(e). Da fehlt vielleicht (noch) die mannschaftsübergreifende Abgeklärtheit. Das erklärt wohl am besten die mangelnde Laufbereitschaft und vor allem Präzision des ein oder anderen Kickers. Aber gegen England wissen wir eher, was uns erwartet und darauf können wir uns besser einstellen. Ich erwarte eine epische Schlacht. Recht erfreut bin ich, dass es auch Ghana in der Runde der letzten 16 geschafft hat. Obwohl sie gestern unser Gegner waren, finde ich das Team sehr sympathisch.
Gestern war endlich Public Viewing in Groß angesagt. Mit insgesamt 15 Leuten, Freunden und Freundesfreunden, rückten wir im Münchner Olympiastadion an um zusammen mit etwa 20.000 weiteren Fußballbegeisterten unser Team in der Ferne zu unterstützen. Die Stimmung war top, die Location genial. Gut möglich, dass das nicht unser einziger Besuch während dieses Turniers war. Skandalös fand ich allerdings, dass zu unserer Nationalhymne dem Moderator in der Arena nichts besseres einfiel, als eine Warnansage für nach dem Spiel zu machen. Als er endlich damit fertig war, war die Hälfte der dritten Strophe des Deutschlandliedes bereits rum. Dafür gibt’s endlich auch Fotos von dem Spektakel, die erfahrungsgemäß am Ende meines Artikels zu bewundern sind.
Ansonsten hat sich das große, nennen wir’s mal Topmannschaftensterben (Favoriten waren sie ja zumeist im Voraus weniger) fortgesetzt, diesmal sogar endgültig. Nach zahlreichen Skandalen darf die l’Équipe Tricolore die Heimreise antreten. Finde ich eigentlich OK: Dank Mogelns im Turnier dabei rechtfertigten die gezeigten Leistungen keineswegs ein Weiterkommen. Heute hat’s dann auch die Azzurri im bisher aufreibensten Spiel des Cups (zumindest in den letzten 20 Minuten) erwischt. Für jeden Deutschlandfan nach der Schmach von vor vier Jahren eine kleine Genugtuung. Erwähnenswert ist noch das 7:0 von Portugal gegen Nordkorea. Das Spiel wurde erstmals live im kommunistischen Musterstaat übertragen. Ein Debakel für die Propagandamaschinerie. Das Ausscheiden Südafrikas ist traurig, aber nicht ungerecht.
So langsam kommt bei mir Sommermärchenfeeling auf. Das Wetter passt endlich, die erste Grundhürde (Gruppenphase überstehen) ist vom DFB-Team genommen, keine Konfettischiedsrichter mehr, das Achtelfinale lässt ein packendes Spiel erwarten und endlich geht die K.O.-Runde los. Fehler sind da tödlich und die Turniermannschaft (also Deutschland) kann endlich zeigen, was sie wirklich drauf hat.

Matthias, Vroni, Mani und Karin im Münchner Olympiastadion vor dem Spiel…

…genau so wie Andi, Steffi und Corny. Die letzteren beiden sind sogar extra aus Erlangen gekommen.

Nochmal Mani, ich und meine fesche Karin.

Und neben uns noch etwa 20.000 weitere Fans.

Nach dem Anstoß: Lange Zeit war das Spiel völlig offen und dementsprechend spannend war es.

Ein Blick auf alle Zuschauer mit Sonnenuntergang hinter dem Stadion. Aufgenommen in der Halbzeitpause.
Zum Abschluss wie gewohnt die Links in Dom’s Blog zu seinen Artikeln der letzten Spieltage.
Kein Kommentar vorhandenWer den Schaden hat, braucht den Spott nicht zu sorgen.
Die Nachricht von der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko dürfte sich mittlerweile auch in die entlegensten Winkel verbreitet haben. Gut zu wissen, dass trotz des größten Umweltunglücks, das die USA jemals heimgesucht hat, es immer noch Leute gibt, die ihren schwarzen Humor nicht verloren haben. Aus dieser Kategorie stammt das folgende Video. Sehr sehenswert, wie ich finde.
Aber ganz im Ernst. Wenn ich so in das Gesicht von Tony Hayward blicke, seines Zeichens (noch) Chef des Ölmultis BP, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass folgender Monolog ständig in seinem Kopf abläuft: “Ohh mein Gott! Ich bin doch nur ein kleiner, nichtsahnender BWLer, der versucht hat, so schnell wie möglich Chef eines jedes Jahr Milliarden von Dollar abwerfenden Konzerns zu werden. Öl fördern ist die Lizenz zum Geld drucken und somit auch die Lizenz zum Boni maximieren. Und jetzt das! Ohh mein Gott, ohh mein Gott, ohh mein Gott! Von diesem ganzen technischen Schnickschnack hab ich doch hinten und vorne keinen blassen Schimmer. Keine Ahnung, was eine “Tiefseebohrung” ist und warum wir dieses doofe Bohrloch nicht geschlossen bekommen. Ohh mein Gott, ohh mein Gott, ohh mein Gott!!!”.
Naja, hoffen wir mal, dass es nicht ganz so schlimm ist. Um objektiv zu bleiben: Tony Hayward ist kein raffgieriger BWLer sondern eigentlich Geologe, dem verhältnismäßig viel Bodenständigkeit zugesagt wird. Und vielleicht gibt es bei BP dann doch noch den ein oder anderen Ingenieur, der von dem “ganzen technischen Schnickschnack” ein wenig Ahnung hat. Ansonsten: “Ohh mein Gott, ohh mein Gott, ohh mein Gott!!!”.
Kein Kommentar vorhandenIm Notfall ist der Schiri schuld.
Sodala, das zweite Gruppenspiel der Deutschen ist rum, Zeit also, einen aktuellen Zwischenbericht über die Weltmeisterschaft zu schreiben.
Bis auf wenige Ausnahmen (Argentinien vs. Südkorea am Donnerstag und Slowenien vs. USA gestern) waren die meisten Spiele diese Woche sowohl tor- als auch unterhaltungsarm. Dafür hat sich der Trend zahlreicher, unter die Räder kommender Topmannschaften, bestätigt. Nicht nur, dass wie schon in meinem letzten Eintrag vermutet, die Italiener sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, nein, auch die Brasilianer, Portugiesen, Spanier, vor allem aber die Engländer und Franzosen waren wenig überzeugend. Lediglich die Teams aus Holland und Argentinien wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Da ist es umso trauriger, dass sich auch der Gastgeber aller Voraussicht nach schon nach den ersten drei Spielen vom Turnier verabschieden wird. Sorry, aber mit dieser Passivität im Spiel ist das aber auch alles andere als verwunderlich.
Zu den Lichtblicken zählte bisher auch unsere Nationalmannschaft. Das 4:0 gegen Australien war sehr überzeugend und bis zum Argentinienspiel war es auch das torreichste des Wettbewerbs. Leider gab’s gestern einen Euphoriedämpfer, denn den Serben unterlagen wir mit 0:1. Verdient fand ich das Ergebnis nicht, denn meiner Meinung nach war die Löwtruppe die meiste Zeit des Spiels besser als die Mannen aus dem ehemaligen Jugoslawien, ob nun mit elf oder zehn Mann. Wir hatten mehr Chancen, mehr Ballbesitz und auch die wesentlich bessere Zweikampfstatistik. Bei den Serben hatte ich mehr den Eindruck, dass sie sich nur am besten und theatralischsten hinfallen lassen konnten. Die Nähe zu Italien lässt grüßen. Aber am Ende gewinnt eben nicht immer das bessere Team, sondern das, das die meisten Tore schießt. So ist das nun im Fußball. Die gelb-rote Karte gegen Klose geht in Ordnung. Hart, aber kann man schon mal geben. Klose, als der erfahrenste Nationalspieler, sollte das eigentlich besser wissen. Eine rote und insgesamt acht gelbe Karten in einem Spiel sind dann aber wohl doch übertrieben gewesen, was auch andere Schiedsrichter bestätigen. In der ersten Halbzeit gab’s glaub ich nur zwei Fouls, die nicht mit einem bunten Karton quittiert wurden. Aber lieber verlieren wir ein Spiel in der Gruppenphase als in der K.O.-Runde. So ein Dämpfer schadet nicht und trotz der Niederlage hat unsere Mannschaft meiner Meinung nach eine passable und couragierte Leistung abgeliefert in Anbetracht der Tatsache, dass sie eine Stunde lang in Unterzahl spielen mussten. Und mit ein bisschen Glück (Elfmeter, einer der beiden Latentreffer, Fallrückzieher), geht das Spiel auch ganz anders aus.
Diesmal musste ich mir das Spiel in der Arbeit ansehen, was aber alles andere als schlimm war. Unser dezimierter Lehrstuhl (über die Hälfte war auf einem IGSSE-Treffen) fand sich fast geschlossen im Gruppenraum ein, um via Beamer das Spiel zu verfolgen. Erdnüsse, Salzstangen, Vuvuzelas und Deutschlandfahnen, was will man mehr? Leider war die Stimmung im Anschluss dann doch recht geknickt. Krass, wie sich so was niederschlägt.
Überraschend war für mich im Anschluss noch die Präsenz der Serben in München. An der U-Bahn-Haltestelle Sendlinger Tor ging voll die Party ab: Bestimmt 50 Serben machten wirklich Stimmung. Das Tat zwar in der Seele weh, aber da muss man hart sein. Und aus einer neutralen Sichtweise war’s bestimmt äußerst amüsant. Und auch am Hauptbahnhof waren die Nachwehen des Spiels noch deutlich zu spüren.
Zum Abschluss an dieser Stelle noch die obligatorischen Links in Dom’s Blog, die täglich das sportliche Geschehen kommentiert und auch auf die einzelnen Spiele näher eingeht. Vielen Dank!
Kein Kommentar vorhandenJetzt geht’s los!
Seit vier Tagen rollt er wieder, der Ball, um den sich die Welt dreht. Zum ersten mal findet das größte Sportereignis überhaupt, die Fußball Weltmeisterschaft, auf dem schwarzen Kontinent statt. Lange wurde ihr entgegen gefiebert, denn nach dem Sommermärchen von vor vier Jahren, sind mit diesem Großereignis Begriffe wie Sommersonne, Krisenauszeit, Public Viewing und nationale Glückseeligkeit verbunden. Genau was Deutschland im Moment braucht.
Ich selbst hab leider erst ein einziges Spiel in voller Länge verfolgen können: England gegen USA. Für mehr hatte ich bisher leider noch keine Zeit. Selbst vom Auftaktduell der deutschen Elf habe ich die erste halbe Stunde verpasst, denn die Deutsche Bahn wurde ihrem Ruf mal wieder gerecht und hat’s geschafft, auf der Strecke Passau-München eine Verspätung von 1½ Stunden einzufahren. Das machte aber nichts, denn auch die restlichen zwei Drittel der Partie wussten zu unterhalten und zu überzeugen, auch wenn Australien mehr Kanonenfutter als ernstzunehmender Gegner war. Da werden schon noch andere Kaliber auf uns zukommen. Viel mehr muss man zu dem Aufeinandertreffen eigentlich nicht sagen. Ein 4:0 ist schon sehr eindeutig, auch in einer WM-Vorrunde. Schön ist noch, dass alle vier Tore von vier unterschiedlichen Nationalkickern erzielt wurden. Sehr beruhigend.
Ansonsten gilt mein Dank ‘m Dope, bei dem ich mir zusammen mit drei weiteren Freunden aus meiner passauer Schul- und Abiturzeit das Spiel angesehen habe. Irgendwie landen doch alle in München. Public Viewing war beim gestrigen Sauwetter auch wirklich nicht empfehlenswert. Uns stehen ja noch zahlreiche Partien unserer Helden in schwarz/weiß bevor, bei denen sich mit mehr als fünf Fans feiern lässt.
Dass ich bisher noch nicht so viel zum Fußballschaun gekommen bin, war bisher aber auch nicht tragisch. Wirkliche Sensationen und Hammerspiele habe ich wahrlich nicht verpasst. Das unterdurchschnittliche Abschneiden der Franzosen und Engländer überrascht mich nicht wirklich. Um ehrlich zu sein: Man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass es auch die Italiener heute Abend zerbröseln wird. Aber vielleicht sollte man einigen Mannschaften die Fußballregeln nochmals erklären. So viele offensichtliche Handspiele und Torwartfehler sind schon sehr ungewöhnlich.
Die allgegenwärtigen Vuvuzelas finde ich gar ned mal so schlimm. Ich finde sie weder zu laut (man kann den Fernseher ja leiser stellen, auf den Kommentator kann man ohnehin meistens verzichten) noch nervig. Schade ist’s halt, dass sämtliche Fangesänge und das Aufraunen des Publikums ständig untergehen. Aber so erlebt man in Südafrika eben Fußball.
Leider wird’s von mir, aufgrund meines neuen Jobs, dieses mal keine so ausführlichen Turnierartikel geben wie vor zwei Jahren zur Europameisterschaft bei unseren Nachbarn Österreich und Schweiz. Aber vielleicht gibt’s dieses mal wieder ein paar coole Fotos vom Public Viewing. Noch lassen die aber auf sich warten, denn meine Digitalkamera ist momentan ausgeliehener Weise in Berlin.
Etwas mehr “Trainer vor’m Fernseher”-Kompetenz als von mir gibt’s in Dom’s Blog zu lesen, der jeden Turniertag kommentiert. Ich kann allen meinen Lesern nur raten, mal bei ihm vorbei zu surfen.
Zum Abschluss gibt’s noch meinen persönlichen Weltmeisterschaftssong 2010. Weniger ein Song zum mitsingen wie ’54, ’74, ’90, 2010 von den Sportfreunde Stiller und eigentlich auch mehr ein Song für vor und nicht während der WM, dafür aber zum Schmunzeln.
Der Ernst des Lebens.
…hat heute für mich begonnen. Heute war mein erster Arbeitstag als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Chair of Scientific Computing der Technischen Universität München.
Dort möchte ich früher oder später meinen Doktor in Informatik machen. An welches der zahlreichen Lehrstuhlprojekte meine Dissertation angelehnt sein wird, weiß ich noch nicht, da meine Stelle bisher projektungebunden ist. Das hat zwar den Vorteil, dass ich die volle Auswahl habe, aber auch den Nachteil, dass ich selbst was finden muss. Naja, der Vorteil überwiegt den Nachteil dann doch wohl sehr. Bis zum Herbst hab ich nun Zeit, was Passendes zu finden.
Mein erster Tag war aber erst mal recht unspektakulär: Hauptsächlich Leute kennenlernen, Papierkram erledigen (Arbeitsvertrag unterschreiben, Rechnerkennungen und Mensakarte beantragen) und Arbeitsrechner einrichten. Das dürfte sich aber bald ändern. Ich werde mich möglichst schnell vertieft in die Lehrstuhlthemen einarbeiten und ab nächstem Semester kommt bestimmt auch Lehre auf mich zu. Auf Letzteres freue ich mich aber schon.
Kein Kommentar vorhandenMallorcaurlaub.
Gestern Abend sind meine Karin und ich aus unserem neuntägigen Mallorcaurlaub zurückgekommen. Die geschossenen Fotos sind ausgemistet also wird es Zeit, für einen entsprechenden Blogeintrag.
Los ging’s Freitag vor einer Woche in Allerherrgottsfrühe vom Münchner Flughafen aus. Nach gut zwei Stunden Flug war die Sonneninsel erreicht. Auch mit dem Transport zum Ferienort Paguera klappte alles. Jedoch wurden wir zunächst in ein Hotel einquartiert, das wir ursprünglich gar nicht gebucht hatten. Aber nach einem entschlossenen Auftreten meiner Feschen war dieses Problem sehr schnell aus der Welt geschafft.
An den ersten beiden Tagen stand erst mal Akklimatisieren und Baden am Strand auf dem Programm, nachdem am eher durchwachsenen ersten Tag das Wetter an Tag Zwei in strahlenden Sonnenschein mit knapp 30°C umschlug. Mit Ausnahme eines einzigen Tages sollte sich dieses Traumwetter auch nicht mehr ändern. Tag Eins war auch der Tag, an dem Cala Fornells, einem sehr sehenswerten Stadtteil von Paguera, einen Besuch abstatteten. Cala Fornells zeichnet sich durch seine wunderschöne Lage in einem Hang oberhalb des Meeres und seine bunte aber stilvolle Architektur aus.
Tag Drei, ein Sonntag, war dann der erste richtige Ausflugstag. Im gemieteten Cabrio (sehr empfehlenswert) fuhren wir zuerst nach Andratx ganz im Süd-Westen der Balearenhauptinsel, das wir jedoch schnell hinter uns ließen um auf der überwältigend schönen Küstenstraße Richtung Sóller zu kurven. Links das türkisblaue Meer, rechts die weit über 1000m hohen Berge, das macht was her. Erste Zwischenstation machten wir am Mirador de Ricardo Roca, einem befestigten Aussichtspunkt, der sich praktisch in jedem Mallorcakalender findet. Weiter gings durch Banyalbufar mit seinen Terrassen, auf denen Obst und Gemüse angebaut wird in das bezaubernde Städtchen Valldemossa, einem relativen ruhigen mediterranen Bergort, das durch Fryderyk Chopin berühmt wurde. Der nächste Zwischenstopp war dann in Port de Sóller, berühmt durch die Endstation einer Straßenbahn, die zwischen der Hauptstadt Palma und eben Port de Sóller verkehrt. Endstation der Cabriofahrt war dann Palma, dem wir jedoch nicht all zu viel Aufmerksamkeit schenkten, da wir die Stadt schon relativ gut von unseren vorherigen Mallorcabesuchen kannten.
Nach einem weiteren Strand- und Badetag stand an Tag Fünf ein Ausflug ins nahe gelegene Marineland Mallorca auf dem Plan. Das Marineland ist eine Art Minizoo mit Papageien-, Seelöwen- und vor allem Delfinshow. Umgeben von zahlreichen Engländern war das ein Heidenspaß.
Einem weiteren obligatorischen Badepuffertag folgte an Tag Sieben (Donnerstag) ein zweites mal eine Tour mit einem Mietwagen um dem Osten Mallorcas einen Besuch abzustatten. Zunächst ging es auf den Puig de Randa, einen 524m hohen und bei Radfahrern sehr beliebten Berg im Zentrum der Insel. Von dort hat man einen umfassenden Ausblick: Im Süden das Mittelmeer, im Norden die Berge und vor einem die landwirtschaftlich geprägte Hauptebene. Anschließend wurde Cala Figuera von uns heimgesucht. Cala Figuera ist ein wirklich winziger Küstenort mit zwei malerischen Buchten. Ein echter Geheimtipp. Highlight des Tages (und vielleicht des ganzen Urlaubs) war dann der Strand Es Trénc. Unter Naturschutz stehend bietet er feinsten weißen Sand und Meer das so sauber ist, dass es nicht mehr türkis sondern fast schon weiß leuchtet. Es Trénc liegt zwar etwas abgelegen und steht wie erwähnt unter Naturschutz, trotzdem ist am weitläufigen Strand einiges los. Ein Plätzchen für Sonnenschirm und Badematten war trotzdem schnell gefunden.
Freitag und Samstag waren dann zwei weitere Strand- und Braunwerdetage, bevor’s gestern wieder in die mittlerweile auch sommerliche bayerische Heimat ging. Reichlich unspektakulär.
Wie eingangs schon geschrieben, haben wir einige Fotos gemacht, von denen’s nun hier ein paar online stelle. Viel Spaß beim Anschauen.

Blick auf Cala Fornells, den westlichen Stadtteil von Paguera. Idyllisch am Hang überhalb des Meeres gelegen, wirkt hier alles aus einem Guss.

Meine Fesche vor dem Mirador de Ricardo Roca, einem Wahrzeichen Mallorcas an der Nord-West-Küste der Insel.

Nahe Banyalbufar liegen im bergigen Norden der Insel diese Terrassen.

Berühmt durch einen Winterurlaub von Fryderyk Chopin: Der Ort Valldemossa.

Das Wahrzeichen von Valldemossa: Seine Kirche und die ganz in ihrer Nähe liegende Gartenanlage.

Der Höhepunkt des Marinelandes: Die Delfinshow.

Blick auf den mittleren der drei Strände von Paguera. Direkt rechts von meiner Karin sieht man im Hintergrund Cala Fornells.

Aussicht vom 524m hohen Puig de Randa.

Blick in eine der beiden traumhaften Buchten von Cala Figuera im Süd-Osten Mallorcas.

Der unter Naturschutz stehende Bilderbuchstrand Es Trénc.
