High Dynamic Range, Teil II: Tutorial.
Heute gibt’s den zweiten Teil meiner dreiteiligen Betragsserie rund um die High Dynamic Range Fotografie. Im ersten Teil ging’s erstmal um die Grundlagen, was High Dynamic Range überhaupt ist und was es so besonders macht. Im dritten und letzten Teil will ich dann ein paar eigene Beispielbilder von mir vorstellen aber zuvor geht’s heute darum, wie man diese mit Hilfe von Photoshop und dem Tone-Mapping PlugIn von Photomatix HDR-Bilder erstellt.
Wie bereits erwähnt benötigt das Erstellen von HDR-Bildern im wesentlich zwei Schritte:
- Zunächst einmal müssen die mit unterschiedlicher Belichtung geschossenen Bilder übereinander gelegt und verrechnet werden. Für diesen Zweck verwende ich in meinem Tutorial Photoshop.
- Das so gewonnene Bild enthält soviel Kontrast, dass es von normalen Anzeigegeräten nicht korrekt angezeigt werden kann. Um dieses Problem zu lösen kommt das Tone-Mapping PlugIn von Photomatix für Photoshop zum Einsatz.
Wie man das Rohmaterial für HDR (unterschiedlich belichtete Bilder eines Szenarios) erhält, hab ich ja bereits im ersten Teil meiner Artikelreihe erläutert. Also können wir gleich mal mit der Verarbeitung loslegen:
Schritt 1: Das Zusammenfügen der Einzelaufnahmen vom HDR-Bild mit Photoshop.
Photoshop unterstützt das Erstellen von HDR-Bildern erst ab der Version CS2. Will man ein HDR-Bild aus Einzelaufnahmen erstellen, so kann man dies über “Datei” → “Automatisieren” → “Zu HDR zusammenfügen…” machen.

Im nun erscheinenden Dialog lassen sich die Rohaufnahmen auswählen und durch einen Klick auf “OK” zum HDR-Bild automatisch zusammen fügen.

Je nachdem wie viele Bilder zusammengefügt werden und wie potent der Rechner ist, an dem man arbeitet, dauert das Erstellen ein paar Minuten. Es erscheint ein Fenster, in dem man schon mal eine Vorschau auf das HDR-Bild erhält, außerdem können einzelne Rohbilder aus dem HDR-Bild noch entfernt werden. Ein weiterer Klick auf “OK” beendet das Erstellen des HDR-Bildes.

Schritt 2: Das Herunterrechnen des Kontrasts (Tone-Mapping) mit dem Photomatix PlugIn.
Das HDR-Bild, das man gerade erstellt hat, ist ziemlich unansehnlich und hat noch nicht viel von den tollen HDR-Bildern, die man kennt. Das hängt damit zusammen, dass das Bild zwar nun einen irre hohen Kontrast hat, dieser vom Computerdisplay jedoch nicht dargestellt werden kann. Um das zu ändern führen wir nun den Tone-Mapping Schritt durch.
Hier lässt sich das Tone-Mapping PlugIn von Photomatix für Photoshop herunterladen. Die Registrierung kostet 55€, jedoch kann man mit der unregistrierten Version bereits ein wenig rumspielen. Lediglich ein Wasserzeichen wird in das fertige Bild eingefügt. Es steht die volle Funktionalität zur Verfügung.
Installiert wird es wie jedes Photoshop-PlugIn indem es in folgendes Verzeichnis kopiert wird: PfadZurPhotoshopInstallation\Zusatzmodule\ (trifft nur auf die deutschsprachige Version zu. Je nach Lokalisation heißt das Verzeichnis für die PlugIns anders.).
Nach einem Neustart von Photoshop lässt sich der Tone-Mapping Filter über “Filter” → “Photomatix” → “Tone Mapping…” auswählen. Der Filter ist natürlich nur verfügbar, falls ein HDR-Bild geöffnet ist.

Im nun erscheinenden Fenster lassen sich viele selbsterklärende Parameter tunen. Da sich über Geschmack nicht streiten lässt gibt es keine perfekten Einstellungen für alle HDR-Bilder. Hier muss jeder selbst entscheiden was gefällt und was nicht. Die Änderungen werden in einem Vorschaufenster immer gleich sichtbar. Ein Klick auf “OK” übernimmt die Einstellungen für das Bild.

Schritt 2.5: Speichern der HDR-Bilder.
Da man ja mit Photoshop arbeitet lassen sich nun noch je nach Gutdünken unterschiedliche Nachbearbeitungen am HDR-Bild durchführen.
Beim Speichern des Bildes ist zu beachten, dass sich Photoshop bei HDR-Bildern im 32bit-Modus befindet, ein Speichern also nur nach TIFF, PSD oder etwas äquivalentem, jedoch nicht nach JPG oder PNG möglich ist. Um diese Schikane zu lösen ändert man einfach den Farbmodus über “Bild” → “Modus” → “16-Bit-Kanal”. Nun kann das Bild in den gängigen Formaten gespeichert werden.

Durch die Reduktion der Farbtiefe entsteht kein weiterer Qualitätsverlust, da die Farbkanäle durch das Tone-Mapping bereits entprechend herunter gerechnet wurden.
Zum Schluss gibt’s noch das Endergebnis unseres Tutorials. Im dritten Teil meiner HDR-Reihe gibt’s dann noch mehr HDR-Bilder, die ich erstellt hab, damit man auch sieht, was so alles für einen Privatanwender möglich ist.

4 Kommentare vorhanden
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HDR wird meiner Meinung nach völlig überbewertet. Okay, bei besonders schwierigen Lichtverhältnissen (mir fällt da der Hamburger Hafen bei Nacht ein) kann das angemessen sein.
Insbesondere ist die HDR-Bearbeitung schon irgendwie mit Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn man später das Bild eh wieder auf 16bit-Graphik runter rechnet. Da moderne Kameras selbst 24bittig arbeiten, lohnt sich HDR erst, wenn man den 32bittigen Farbraum ausreizen möchte.
Mit Photographie im RAW-Dateiformat als Ziel und leichter Unterbelichtung (weil man in den Lichtern als Mensch zu gut sieht) kann man da durchaus noch viel retten: Da man die dunklen Flächen eh nicht auseinander halten kann, hat das (RAW-)Bild hier noch jede Menge Reserven, um per leichter Anhebung der Schatten ein ordentlich belichtetes Bild hinzukriegen. Siehe auch hier. Kein HDR.
[...] 1: Grundlagen Teil 2: Tutorial Teil 3: Beispiele [...]
[...] Teil 1 und Teil 2. [...]
[...] Hier zum Adobe Photoshop HDR Tutorial: HDR Bilder erstellen. [...]