ck's Blog

Dies ist der Blog von Christoph Riesinger.

Willkommen zurück in der Zone.

Stalker: Call of Pripyat.Vor kurzem habe ich das zweite, selbst lauffähige Add-On zum Open World Shooter Stalker durchgespielt. Der Titel mit dem Namen “Call of Pripyat” schickt den Spieler in Form des ukrainischen Geheimdienstoffiziers Major Degtarew in die Zone rund um den 1986 havarierten Reaktor von Tschernobyl. Man kämpft also dieses mal nicht wie im Hauptprogramm “Shadow of Tschernobyl” und dem ersten Add-On “Clear Sky” als einer der namensgebenden Stalker sondern auf Seiten der Regierung.

Spielerisch macht das jedoch keinerlei Unterschied, denn um seinen Auftrag auszuführen, tarnt man sich kurzerhand als einer der durch die Zone streifenden Alleingänger, die auf der Suche nach wertvollen Artefakten, Abenteuern und/oder Antworten zu den Anomalien des radioaktiv verseuchten Gebiets sind. So spielt sich “Call of Pripyat” wie seine Vorgänger, wirkt jedoch wesentlich erwachsener.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Spielwelt, die aus drei komplett frisch designten Regionen besteht, wirkt wie aus einem Guss. Anomalien treten nun nicht mehr zufällig auf sondern wurden stimmig und passend in die Landschaft eingebaut. Ein weiterer Grund für die Reife von “Call of Pripyat” ist das Design der Haupt- und Nebenquests. Letztere werden nun ebenfalls nicht mehr zufällig generiert. Stattdessen sind sie oft mehrteilig. Auf diese Weise wird man quer durch die neuen Gebiete geschickt. Eine tolle Verknüpfung von sonst eher langwieriger Laufarbeit, Erkundung der Zone und erzählter Atmosphäre. Positiver Seiteneffekt: Die Charaktere, die sich neben uns rund um dem Krisenreaktor tummeln, bleiben einem viel besser in Erinnerung, da ihre Geschichten originell erzählt werden. So hat man auf der einen Seite die Offenheit der Spielwelt, auf der anderen Seite bietet die Story einen roten Faden, der keinen Leerlauf aufkommen lässt.

Leider fehlt es “Call of Pripyat” fast vollständig an den von mir in “Shadow of Tschernobyl” geliebten unterirdischen Laboren und Versuchsanlagen. Überirdisch ist hingegen für viel Abwechslung gesorgt: Bahnanlagen, die Jupiter-Forschungsstation, in ausgetrockneten Flussbetten liegende gestrandete Schiffe, die namensgebende verlassene Stadt Pripyat, Bunker, Wissenschaftsstationen, Militärlager und nicht zuletzt die Anomalien. Da stört es auch nicht wirklich, dass alles grau in braun ist.

Erfahrene Stalker düften auch beim Aufbau des Spiels ein Déjà-Vu Erlebnis haben. Während man in den ersten beiden Regionen viel Zeit zum Erkunden auch des letzten Winkels hat, hetzt einen die Erzählung fast schon ein wenig durch die finale Region Pripyat. So ähnlich lief das auch schon in “Shadow of Tschernobyl” und “Clear Sky”, wo sind am Ende die Ereignisse fast überschlagen und man die letzten Levels leider gar nicht mehr richtig genießen kann.

Technisch ist die Grafikengine zwar schon etwas angestaubt, was man an der Polygonarmut von Spielern und Umgebung erkennt, dafür zahlt sich der massive Gebrauch von Shadern wirklich aus. Dort wo schwammige Texturen Oberflächen zieren werden diese durch Schatten- oder Wettereffekte gekonnt kaschiert und aufgehübscht. Bei Regen fließt Wasser von den Objekten, in gleißendem Sonnenlicht reflektieren metallische Oberflächen stimmungsvoll das Licht. Schatten an allen Enden lassen die Welt realistisch wirken. So entsteht wieder ein unvergleichliches Mittendringefühl. Das war es, was bereits die beiden Vorgängerprogramme besonders auszeichnete. Das i-Tüpfelchen ist die Soundkulisse, die sich dynamisch und passend der aktuellen Situation anpasst. Einfach grandios.

Abschließend muss ich sagen, dass ich mit “Call of Pripyat” sehr gerne zurück in die Zone gekehrt bin. Am Ende der Kampagne lässt es einem das Spiel offen, entweder das Spiel abzuschließen oder wieder nach Pripyat in einer Form Endlosspiel zurück zu kehren, um auch die letzten Verstecke zu finden und allerletzten Quests zu lösen. Ich habe mich sofort für die Rückkehr entschieden.

Einen empfehlenswerten “professionellen” Test des Endzeitshooters findet man bei gamestar.de. Von dort habe ich auch folgendes Video. Bewegte Bilder sind dann doch oft schöner als nur geschriebener Text.

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