Auf Wiedersehen. Bis in vier Jahren in Brasilien.
Halt, da fehlt doch noch was. Genau! Ich habe noch gar nicht meinen Senf zu den letzten beiden Spielen der Fußball Weltmeisterschaft 2010 abgegeben. Höchste Zeit, das endlich nachzuholen.
Nach der Niederlage im Halbfinale gegen Spanien war so ziemlich die Luft raus. Das merkte man besonders im Paulanerbiergarten am Nockerberg, wo wir uns das Spiel um Platz Drei angesehen haben. Gab es bei den Deutschlandspielen zuvor selbst Stunden vor dem Anpfiff nur noch Stehplätze, so konnte man diesmal praktisch zum Anstoß aufkreuzen und fand immer noch erstklassige Sitzgelegenheiten. Und das bei überragend schönem Wetter. Das Spiel selbst war eines, das man sich eigentlich für’s große Finale gewünscht hätte. Insgesamt fünf Tore, wenig Taktieren, dafür mehr Spielen und jedes Team lag einmal vom Ergebnis her vorne, wurde dann aber doch noch von der gegnerischen Mannschaft überflügelt. Das erinnerte ein wenig an das gleiche Spiel vor vier Jahren gegen Portugal, wobei damals die Überlegenheit der DFB-Elf deutlicher zu spüren war. Mit Platz Drei kann man zufrieden sein, auch wenn ein stark fader Nachgeschmack zurück bleibt. Wieder wurde es nichts mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Die Niederländer hätten wir auch gepackt. So lange musste Deutschland erst vor seinem allerersten Gewinn der Trophäe 1954 warten. Aber immerhin erfüllte sich meine Prognose von vor des Turniers: Deutschland kommt so weit, bis es gegen Spanien spielt.
Das richtige Finale selbst begann viel versprechend: Spanien spielte genau so effektiv auf, wie man das von ihrem Halbfinale gewohnt war. Holland sah schnell wie der sichere Verlierer aus. Aus irgendeinem Grund war’s dann aber recht schnell vorbei mit der Spielkontrolle der Spanier. Ob die Spanier nachließen oder die Oranges einfach besser gegenhalten konnten, kann ich nicht beurteilen. Einen Einfluss hatte bestimmte das doch sehr brutale Einsteigen der Kicker aus Holland. Das war zwar nicht sehr fair und schön, aber wohl wirklich das einzige, halbwegs wirksame Mittel gegen eine Mannschaft wie die der Iberer. Dabei muss man fast schon ein Kompliment aussprechen, dass es das Team rund um Van Bommel und Co. erst in der Verlängerung geschafft hat, sich einen Platzverweis einzuhandeln. Da darf wohl auch dem englischen Schiedsrichter zu Weihnachten eine Dankes- und Grußkarte geschrieben werden. Zwar hatten die Niederländer mehr eindeutige Torchancen, vor allem Bayern-Star Arjen Robben, der Sieg ging dann aber doch verdient an die Rot-Gelb-Roten. Da kann man nur gratulieren und muss neidlos anerkennen, dass das beste Team der Welt am Ende auch verdient Weltmeister wurde, auch wenn es in der ganze K.O.-Runde nur genau so viele Tore schoss wie Deutschland in einem einzigen Spiel gegen Australien, England oder Argentinien.
Das war’s dann mit dem größten Sportevent des Globus aus Südafrika. In vier Jahren sehen wir uns wieder im nicht weniger fußballverrückten Brasilien. Ob die Weltmeisterschaft (Süd-) Afrika wirklich so viel geholfen hat (in welcher Hinsicht auch immer) wie gehofft und prognostiziert, bezweifle ich ein wenig. Nichts desto trotz gab’s eine Großveranstaltung ohne größere negative Vorkommnisse. Den Fußballentzug hab ich auch schon fast wieder durchgemacht. Dass das Fernsehprogramm jetzt wieder eine Katastrophe ist, will ich jedoch noch nicht akzeptieren.

Internationale Gäste im Paulanerbiergarten am Nockerberg.
Zum letzten mal sei mein Artikel mit den Links in Dom’s Blog beschlossen.
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