Auf zu den Sternen, ähh nach Nürnberg.
Wie unschwer an meinem letzten Blogeintrag zu erkennen ist, hab ich meine Diplomprüfungen letzte Woche hinter mich gebracht. Das musste die letzten Tage in einem wahren Party-Marathon gefeiert werden, von dem’s jetzt häppchenweise Artikel in meinem Blog geben wird. Chronologisch nicht ganz korrekt aber dem aktuellen Anlass entsprechend geht’s mit meinem Ausflug zum Corny nach Erlangen und zur Premiere des neuen Star Trek XI in Nürnberg los.
Lange geplant war’s diesen Mittwoch endlich so weit: Deutschlandweit gab’s Premieren des neuen und runderneuerten (dazu später mehr) Star Trek Kinofilms, mittlerweile schon in der elften Auflage. Wie es sich für drei Trekkies wie’n Corny, ‘n Mani und mich gehört, muss die erste Vorstellung gleich genutzt werden, um sich anzusehen, was J. J. Abrams da so auf die Kinoleinwand zaubert und zwar nicht irgendwo, sondern im nürnberger IMAX mit fetter 600m² Leinwand. Letztendlich waren wir dann auch nicht nur zu dritt, sondern allein da Corny hat über zwanzig Leute mobilisiert, die die Premiere verfolgen wollten.
Bevor wir aber am Mittwoch Abend ins Lichtspielhaus pilgerten, fuhr ich bereits einen Tag früher nach Erlangen zum Corny, die neu gewonnene Freizeit ein wenig nutzen. Nach leckerer Pizza musste die Wii für Unterhaltung sorgen, was sie dank House of the Dead, Koop-Modus und Revolver-Adapter für die Wii-Mote auch hervorragend tat.
Am Mittwoch Mittag ging’s zur Bettina, einer Freundin vom Corny, die ihn in eine, wörtlich, “Star Trek Schlampe” verwandelte (visuelle Veranschaulichung siehe unten). Das heißt: Blaues Star Trek Kleid, Strumpfhosen, High Heels und Liedstrich. So verkleidet durfte ich dann den ganzen Nachmittag mit’m Corny durch die nürnberger Fußgängerzone latschen. Die Blicke im Bereich von “amüsiert” bis “Schwuchtel” waren uns sicher.
Und dann war’s endlich so weit. Der Abend nahte was für uns hieß: Auf zur Vorparty der Premiere. Dort gab’s zwar leider nicht so viele verkleidete Trekkies zu sehen wie erwartet, ein paar coole Hingucker waren aber dann doch da (ebenfalls siehe unten). Eines sei an dieser Stelle schon mal vorweg genommen: Corny hat mit seinem Tuntenoutfit den Contest für die beste Verkleidung des Abends gewonnen, worauf er sehr, sehr stolz ist. Der Stundenzeiger näherte sich kontinuierlich der Acht und dann war’s endlich, endlich (und für’n Corny auch noch ein drittes endlich) so weit: Licht aus, Spot, ähh Film an.
Kurzfazit: Star Trek ist endlich im 21. Jahrhundert angekommen und das ist gut so. *spoiler anfang* Langfazit: Der Film unterhält zwei Stunden lang und das auf hohem Niveau. Schon mal ein sehr gutes Zeichen.
- Die Schauspieler: …harmonieren hervorragend zusammen. Die Befürchtung, dass sie zu jung wären um glaubhaft zu wirken bestätigte sich zum Glück nicht. Stattdessen kann jeder mit seinem individuellen Charakter (für einen Action-/ScienceFiction-Film) überzeugen, allen voran Simon Pegg als Scotty, wohl der neue Publikumsliebling. Eine gute Brücke zwischen den Personen der Hauptserie und den Erwartungen an einen Action-Charakter im modernen Kino.
- Die Story: …ist sowohl für einen Star Trek Film als auch für einen Action-Blockbuster dicht und bis auf ein paar kleinere Unstimmigkeiten gelungen. Einerseits verstehe ich, dass sich viele Trekkies vor den Kopf gestoßen fühlen mit der (vorerst endgültigen) Zerstörung Vulkans und der am Ende des Films eingeführten und nicht mehr korrigierten alternativen Zeitlinie, andererseits müssen derartige Maßnahmen wohl her, um ein Franchise neu zu starten. Zwei Kritikpunkte meinerseits: Die rote Materie ist ja ganz schön an den Haaren herbei gezogen (sie eröffnet aber coole Möglichkeiten) und das Hauptmotive für Nero, aufgrund einer Naturkatastrophe gleich eine ganze Zivilisation auszulöschen, finde ich übertrieben.
- Die Special Effects: …sind endlich kinowürdig, aber sowas von. Eine Action Szene reiht sich an die nächste, die Subwoofer haben ordentlich zu tun und aufgrund der Geschwindigkeit der Schnitte sind Erfahrungen mit Egoshootern vor dem Kinobesuch empfehlenswert. Trotzdem kommt die Story nicht zu kurz.
- Aus der Sicht von Trekkies: Naja, denen kann man’s ehh nie recht machen. So gesehen… Vielen wird wie erwähnt die alternative Zeitlinie mehr als sauer aufstoßen. Aber Zeitreisen und Paralleluniversen gab’s bei Star Trek bereits zu Hauf. Ich persönlich kann mich damit sehr gut anfreunden, vorausgesetzt, der bereits in der Planung befindliche zwölfte Star Trek Teil spinnt das neue Universum gut fort. Sehr gut haben mir die zahlreich vorhandenen Anspielungen gefallen. Bestes Beispiel: Captain Archer’s Beagle oder der Kobayashi Maru Test. Und es kommt sogar ein klassisches Redshirt vor.
- Aus der Sicht von Normalos: Soweit ich das als Trekkie beurteilen kann, kann man der Story auch sehr gut folgen, auch ohne jemals mit der Utopie von Gene Roddenberry in Berührung gekommen zu sein. Zwar werden viele Anspielungen und Aha-Effekte diesen Zuschauern verborgen bleiben, trotzdem dürfte aber dank der vielen Weltraumschlachten ein solider Popcornfilm übrig bleiben.
- Der Neustart: …ist meiner Meinung nach voll gelungen. Auf der einen Seite konnten die Elemente der ersten Star Trek Serie gut in die Jetztzeit portiert werden, auf der anderen Seite bietet der Film alles, was man heut zu Tage braucht. Die Variante mit der alternativen Zeitlinie ist ein geschicktes Mittel, sich zahlreicher unlogischer Ungereimtheiten bisheriger Star Trek Literatur zu entledigen und somit glaubhaft zu wirken. J. J. Abrams hat in meinen Augen tolle Arbeit geleistet und ich hoffe, dass ich nicht der Einzige bin, der das so sieht. Ein kommerzieller Erfolg ist dem Film zu wünschen, auch wenn die Konkurrenz groß ist.
Aber natürlich hab auch ich noch einen Kritikpunkt. Das, was mir am wenigsten gut gefiel ist die Tatsache, dass am Anfang des Films so gut wie alle bekannten Enterprise Charaktere noch Kadetten sind, am Ende des Abenteuers sie jedoch ihre gewöhnten, teils sehr hohen Ränge haben. Das ging mir etwas zu schnell *spoiler ende*.
Ich hab also zwei tolle Tage in Erlangen/Nürnberg verbracht. Abschließend gibt’s wie schon angekündigt einiges an multimedialem Material. Zuvor sei aber auf den Blog vom Corny verwiesen, der natürlich auch vom gestrigen Abend berichtet.
Fotos:

Corny wird professionell geschminkt. Was dabei rauskommt ist jedoch alles andere als professionell.

Der Beweis: Corny verkleidet unterwegs mitten in nürnbergs Innenstadt.

Da kommen Corny’s Gadgets so richtig zum Einsatz. Hier ein Tricorder aus der der Originalserie.

Am Abend unter Trekkies fiel Corny dann gar nicht mehr so stark auf.

Für seine Verkleidung gab’s den ersten Preis.
Videos:
Ein ziemlich cooles Video vom Veranstalter, dem Radiosenders Hit Radio N1, der gestrigen Party. Zur zugehörigen Bildergalerie geht’s hier.
Zu allerletzt, wer noch am zögern ist, sollte sich diesen Trailer reinziehen. Meiner Meinung nach einer der besten Trailer, die’s überhaupt gibt.
Nachtrag (am 09.05.2009):
Nachträglich seinen noch zwei externe Filmkritiken erwähnt:
Nachtrag (am 12.05.2009):
Und noch eine letzte Filmkritik vom Dom.
3 Kommentare vorhanden
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Der richtige Blogbeitrag folgt noch
“…worauf er sehr, sehr stolz ist.”
Worauf du einen lassen kannst!!!
(wobei ichs nur witzig finde das ich da echt gewonnen habe, worauf ich echt niemals gewettet hätte
Hab ihn gerade gesehen.
Mir als Nicht-Trekkie (aber SciFi-Aufgeschlossener bis Begeisterter) hat er sehr gut gefallen. Gewisse Anspielungen hab ich natürlich nicht gecheckt (Archers Beagle zB), aber doch mehr als ein Normalbürger schätz ich mal.
Gerade, dass es ein Reboot mit neuer Zeitlinie ist find ich toll. Weil man wie in meiner Situation schön einsteigen kann und der den Trekkies heilige Canon nicht verletzt wird.