Beam me up, Scotty.
…kommt tatsächlich kein einziges Mal in der Original Star Trek Serie “The original Series”, also der Serie mit Kirk, Spock und Pille, vor. Woher ich das weiß? Na, ich hab mir in den letzten Wochen alle drei Staffeln der Star Trek Urserie reingezogen.
Als Trekkie war das schon längst überfällig, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich von allen anderen Star Trek Serien bereits alle Episoden kenne. Aber irgendwie hat mich dann doch sehr lange der Gedanke abgeschreckt, dass alle alten Episoden gleich aufgebaut sind: Crew landet auf uraltem Planeten, auf dem einst eine hoch entwickelte Zivilisation lebte, die nun aber verschwunden ist und deren Hinterlassenschaften gleich mal den ersten Redshirt tötet. Zum Glück wurde ich eines besseren belehrt.
Zu aller erst muss ich eingestehen, dass die Folgen sehr abwechslungsreich und vor allem spannend sind. Und das gar nicht unter dem Vorbehalt, dass die Serie bereits über 40 Jahre alt ist. Nein, auch nach heutigen Maßstäben weiß sie durchaus noch zu unterhalten. Mal spielt die Folge auf der guten alten Enterprise selbst, mal auf einem anderen Raumschiff und dann wieder auf oder unter einem Planeten. Einige Episoden spielen in der (unterschiedlich weit entfernten) Vergangenheit und andere in der Gegenwart. Gesellschaftskritische und ernste (Stichwort: kalter Krieg mit ständiger nuklearer Bedrohung, erste Mondlandung) Geschichten wechseln sich mit eher märchenähnlichen und humorvollen ab. Oft dient die Geschichte der Erde als Aufhänger (wilder Westen, drittes Reich) aber auch viele rein fiktive Geschichten werden erzählt. Es mag am Serienstil der 60er Jahre liegen, aber ich fand viele Episoden sehr spannend, auch wenn sie nicht gerade rasant erzählt wurden oder viel Action über die Mattscheibe flimmerte. Dafür weiß man bei vielen Episoden lange Zeit nicht, wie’s weitergeht und das Ende der Geschichte bleibt bis zum Schluss offen.
Mir als Informatiker fiel auf, dass sämtliche Technik analog ist. Klar, vom digitalen Zeitalter hatte man damals überhaupt keine Vorstellung. Damit will ich nicht sagen, dass analoge Technik alt und unfähig ist. Sämtliche Technologien wie Computer lassen sich analog genau so realisieren wie digital, nur eben anders, was viele wohl als den “Charme” der Serie bezeichnen. Informationen werden auf Magnetbändern gespeichert, Rechner bestehen aus Platinen voll mit Spulen und Röhren (anstatt aus Transistoren auf Chips) und anstatt pixeliger Flachbildschirme gibt’s an jeder Ecke die gute alte braun’sche Röhre.
Dass die Brückencrew des Flaggschiffs der Förderation aus den unterschiedlichsten Nationalitäten zusammen gesetzt ist, lockt heute keinen Hund mehr hinter’m Ofen hervor. Auch die weibliche Emazipation wurde mittlerweile von der Realität überholt. Die Freizügigkeit, mit der die Nebendarstellerinnen unterwegs sind, ist aber selbst heute noch eher ungewöhnlich, vor allem in einer amerikanischen Serie für’s Nachmittagsprogramm.
Schön waren auch die Zusammenhänge, die sich mit dem Rest des Star Trek Universums ergeben. So ist die Episode Der schlafende Tiger der Prolog zum zweiten Star Trek Kinofilm Der Zorn des Khan. Und woher die Seite Memory Alpha ihren Namen hat, weiß ich jetzt auch. Was mich dagegen gewundert hat, war das seltene und vor allem passive Auftreten der Klingonen. Da fiel ja fast öfter der Name Romulaner. Vom großen Konflikt zwischen Föderation und klingonischem Imperium ist da noch nicht viel zu merken.
Zusammenfassend war The original Series für mich eine große positive Überraschung. Die Serie kann auch in der heutigen Zeit noch durchaus mithalten (mit Ausnahme der Special Effects).
Eine nächste, bereits komplett abgedrehte Serie hab ich bisher noch nicht im Blick. Stattdessen gilt’s zahlreiche in letzter Zeit ausgelaufene Serien wie Battlestar Gallactica, Nip/Tuck und Prison Break zu ersetzen. Kandidaten dafür gibt’s ja zur Genüge: V, Chuck, Dollhouse, Flash Forward und so weiter…
1 Kommentar vorhanden1,80 Meter tief begraben.

Nachdem ich mir bis Ende Januar alle Babylon 5 Folgen reingezogen habe musste eine neue Serie her, um meine lernfreien Abende auszufüllen (wenn ich nicht gerade am Computerspielen bin). Schon seit geraumer Zeit wollte ich mir “Six feet under” vornehmen. Von dieser Serie heißt es immer, dass wenn jemanden Nip/Tuck (in seinen frühen Staffeln) gefällt, dass einen dann auch Six feet under unterhalten wird. Und da mit Michael C. Hall ein von mir sehr geschätzter Schauspieler mit an Bord war, war die Gelegenheit günstig dieses popkulturelle Defizit auszubügeln, nicht zuletzt deswegen, weil diese Serie bereits abgeschlossen ist.
Eines gleich vorneweg: Diese Serie verdient den Daumen nach oben. Ganz klar. Die Serie schildert das Leben der Fishers, einer Bestatterfamilie aus Los Angeles, deren Familienoberhaupt gleich in der ersten Folge umkommt, worauf seine Söhne, der eine mehr, der andere weniger gern, in seine Fußstapfen treten. Somit dreht sich die Serie um das Alltagsleben der Fishers, was aufgrund der grundverschiedenen Charaktere für fünf packevolle Staffeln reicht, um gelebte und geträumte Lebensziele, Menschen die sich entwickeln und nicht zuletzt auch ein wenig um den Tod.
Da wäre der bereits erwähnte Michael C. Hall, der vor seiner Laufbahn als Serienkiller Dexter in Six feet under den schwulen David Fisher spielt (und das vielleicht sogar besser als Dexter) und sein Bruder Nathan, der sein Leben von einem Tag in den anderen lebt, ohne jemals wirklich Verantwortung zu übernehmen. Das dritte Kind der Fishers ist Claire, ein spätpubertärer Klischeeteenie, die sich ständig von ihrer Umwelt nicht beachtet, nicht respektiert und nicht gefördert sieht. Mutter der drei Kinder ist Ruth, ein Paradebeispiel an weißer Amerikanerin, die nach dem Tod ihres Mannes das Leben entdeckt und dabei von einem Fehler in den nächsten stolpert. Aber auch außerhalb der Fisher Family gibt’s Charaktere satt: Nathan’s immer-mal-wieder-Freundin Branda und ihr Bruder Billy, die beide aufgrund ihrer Psychologeneltern auf die eine oder andere Weise einen psychischen Knacks haben. Der Kunstdozent Olivier, der sich die Welt immer gerade so zurecht biegt, wie er sie gerade braucht. Oder aber der hochtalentierte Einbalsamierer Federico, der bei den Fishers im Familienunternehmen arbeitet und aufgrund seines Geschäftssinns das Bestattungsinstitut ab und zu ganz schön durcheinander wirbelt.
Die ersten drei Staffeln sind wirklich deluxe. Hätte ich im Moment nicht so viel für die Uni zu tun, dann hätte ich mir die ersten drei Jahre von Six feet under wahrscheinlich in zwei Tagen reingezogen. Tolle, abwechslungsreiche Persönlichkeiten gespielt von tollen Schauspielern in tollen Geschichten mit viel Menschlichkeit, das macht die Serie sehr kurzweilig. Danach hatte ich das Gefühl, dass die Serie ein wenig abflacht ohne wirklich sagen zu können, warum. Aber vielleicht lag das auch meinen im Moment durchaus vorhandenen Stimmungsschwankungen zusammen. Fakt ist, dass spätestens zur Mitte der fünften Staffel das hohe Anfangsniveau wieder erreicht war, gekrönt von einem der besten Serienabspanne überhaupt.
Wer also wie ich Ende Januar vor der Qual der Wahl steht, welche Serie es denn für den Fernseher sein soll, dem kann ich Six feet under nur empfehlen. Eine charakterreiche Serie mit toller, abwechslungsreicher und unterhaltender Handlung, ganz abseits von Action, Fiktion oder dergleichen.

Aus dem Tagebuch eines Serienjunkies Teil III.

Es ist mal wieder an der Zeit, den aktuellen Fortschritt diverser Serien zu beurteilen (Teil I und Teil II können hier nachgelesen werden). So wie’s aussieht wird dies mein letzter Blogeintrag zu diesem Thema in der Seriensaison 2008/09 sein. Ein Teil IV ist eher unwahrscheinlich.
Oh mein Gott ist Battlestar Galactica im Moment langweilig, gähnend langweilig. Bereits die dritte Staffel der Serie konnte bei Weitem nicht an das Niveau der ersten beiden Staffeln anknüpfen. Mit dem ersten Teil der vierten Staffel ging’s noch weiter bergab und die jetzt laufenden letzten Folgen der Serie markieren auch deren Tiefpunkt. Es passiert wirklich nichts, absolut nichts. Und wenn sich doch mal was tut, dann ist es so sinnlos wie ein Kropf oder vorhersehbar wie der Aufgang der Sonne am nächsten Morgen. Mag ja sein, dass die Serie versucht, eine depressive Grundstimmung aufzubauen, aber dies schadet der Geschichte rund um die letzten Überlebenden der Menschheit massiv. Darüber hinaus haben sämtliche Charaktere der Serie ihren Charme, ihren Charakter, ihre Besonderheiten, ihre Coolness oder was sie auch sonst immer hatten, verloren. Ob Laura Roslin, Saul Tigh oder Gaius Baltar: Diese Liste ließe sich noch ewig weiterführen. Alle Personen, die mich mal besonders interessierten, tun dies mittlerweile nicht mehr. So ist es wohl das Beste, dass die Serie in wenigen Wochen ihr Ende findet. Vielleicht kann sie mich ja nochmal ein bisschen überraschen. So richtig kann ich daran jedoch nicht glauben.
Auch die aufgrund des letztjährigen Drehbuchautorenstreiks in zwei Teile zerfallene (übrigens genau so wie bei Battlestar Galactica) fünfte Staffel meiner ehemaligen Lieblingsserie Nip/Tuck bestätigte den Abwärtstrend von Staffel drei und vier. Da wird immer mehr auch noch so Abstruses in eine Folge gepackt, sodass die krassen Einzelschicksale und Geschichten nur noch unglaubwürdig, ja sogar schon lächerlich wirken. Absolut repräsentatives Beispiel dieser traurigen Feststellung war die dritt- oder viertletze Folge der gerade ausgelaufenen Staffel, als in einer Folge Christian erfährt, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat und daraufhin um Liz’s Hand anhält, während Sean sich gleich zwei mal von der Femme fatale Teddy trennt, nur um kurz drauf wieder mit ihr zusammen zu kommen. Zwischendrin gibt’s natürlich noch einen Patienten, der aber aufgrund der ganzen anderen Ereignisse eine komplett untergeordnete Rolle spielt. Nip/Tuck hat halt einfach vollkommen an Glaubwürdigkeit (soweit man bei der Serie von “Glaubwürdigkeit” reden kann) verloren. Der einzige Lichtblick des zweiten Teils der fünften Staffel, die neu eingeführte Person Raj wurde praktisch beiläufig ins Drehbuchnirvana verfrachtet. Bleibt wieder mal zu sagen: Die ersten beiden Staffeln von Nip/Tuck waren und sind überragend und ein hell leuchtender Stern am Serienhimmel. Alles was bei der Serie danach kam, kann man getrost links liegen lassen.
Auch die Entwicklung der aktuellen Staffel von Heroes veranlasst mich, die Serie schlecht zu reden, wo’s nur geht. Während in meinem letzten Blogeintrag, in der ich die Serie erwähnte, noch ein schmaler Silberstreifen am Horizont zu erkennen war, stellte sich nun heraus, dass es sich um den Unter- und nicht um dem Aufgang der (vom Mond verdeckten) Sonne handelte. Der “große Sylar” mutiert zum Emo, das bereits erwähnte ständige Seitenwechseln der (mittlerweile doch stark überschaubaren) Protagonisten geht fleißig weiter und wirklich packende Überraschungen sind absolute Mangelware (genau so wie bei Battlestar Galactica und Nip/Tuck). Konnte die erste Staffel noch davon zehren, ein bereits bekanntes Szenario (das der Menschen mit besonderen Fähigkeiten) mit viel Geld spektakulär in Szene zu setzen, leidet die Serie seit der zweiten Staffel ganz eindeutig an einem mangelhaften Drehbuch, das sich nur auf Stereotype verlässt (die trotzdem ständig die Seiten wechseln, man kann’s gar nicht oft genug erwähnen) und kaum mehr zu unterhalten weiß. So wirkt Heroes nur noch wie ein billiger Abklatsch von 4400, bei der sich das Szenario ständig änderte und man von Staffel zu Staffel einen Fortschritt erkennen konnte, der einen einfach unterhalten hat. Fazit: Heroes ist einfach nur noch fad.
Aus den ganzen Serienenttäuschen sticht die aktuell fünfte Staffel von Lost wie ein Leuchtfeuer im Sturm heraus. Nun zahlt es sich endlich aus, vier Staffeln lang zahlreiche Handlungsstränge aufgebaut zu haben, mit einem festen Ziel vor Augen. Dass so ein Konzept dauerhaft fesselt, fasziniert und unterhält hat bereits Babylon 5 gezeigt. Die Serie von Schöpfer J. J. Abrams macht richtig Druck. Viel zu schnell vergehen die gut 40 Minuten, die jede Woche an Material nachgereicht werden. Ich kann gut verstehen, dass es zahlreiche Zuschauer gibt, denen das jetzt nicht mehr wirklich realistische Szenario mit Zeitreisen nicht mehr gefällt. Auf mich trifft das jedoch nicht zu. Stattdessen freue ich mich über die Enthüllung zahlreicher in den letzten Jahren aufgebauten Geheimnisse, die schlüssig aufgeklärt werden, ohne dass man befürchten muss, dass für die restlichen 1½ Staffeln nicht mehr genügend Material übrig ist. Bleibt nur zu sagen: Ganz eindeutig Daumen nach oben. Momentan das Beste, was die Glotze zu bieten hat.
Ein wenig außer Konkurrenz lief Ende letzten Jahres die dritte Staffel von The IT Crowd. Dass die Serie äußerst sehenswert ist, habe mittlerweile nicht nur ich gemerkt. Und auch die dritte Staffel der britischen Komödie war gespickt mit Gags, Gags und noch mehr Gags. Die werden getragen von den drei wirklich hervorragend gespielten Protagonisten Roy, Moss und Jen. Allein die Rolle von Richmond fehlt in der letzten Staffel ein wenig, was aber keineswegs dazu geführt hat, dass ich pro Folge nicht wieder mehrmals richtig laut lachen musste. Wieder eine klare Empfehlung an all diejenigen, die die dritte Staffel noch nicht gesehen haben oder die Serie vielleicht noch gar nicht kennen. Da ist’s natürlich sehr schade, dass The IT Crowd der Inbegriff von kurz ist: Jede Staffel hat nur sechs Folgen, von denen jede leider nur 23 Minuten dauert. Abschließend bleibt nur noch das Zitat schlechthin dieser Staffel zu erwähnen: “Ich bin ein verdammter Nerd!”.
Das war’s dann wohl in diesem Jahr mit Serienkritiken. Demnächst werde ich wahrscheinlich noch eine nachreichen, die sich jedoch um eine Serie dreht, die bereits abgeschlossen ist, von der also keine neuen Folgen mehr erscheinen.
Ansonsten hoffe ich, dass Battlestar Galactica vielleicht doch noch ein gutes Serienende bekommt. Ebenso hoffe ich, dass Heroes vielleicht endlich mehr aus seinem massig vorhandenen Potential macht als das ständige sich im Kreis drehen. Naja, und falls aus Beidem nix wird, dann muss Lost mich eben entschädigen. Und das tut’s im Moment mehr als reichlich.

“Die beste Science Fiction Serie der Welt.”

Dieses Zitat stammt zwar nicht von mir (sondern vom Coco), aber viel lässt sich dagegen nicht sagen. Und welche Serie handelt es sich dabei? Babylon 5!
Im Dezember und im Januar hab ich mir alle fünf Staffeln und sieben Filme reingezogen. Das war für einen Science Fiction Fan wie mich auch wirklich überfällig. Jetzt kann ich auch endlich mitreden.
Die ersten drei Staffeln sind überragend (vielleicht mit ein paar kleineren Ausnahmen zu Beginn der dritten Staffel). Da merkt man wirklich, dass die Schöpfer der Serie sich einen serienweiten und staffelüberspannenden Handlungsbogen ausgedacht haben, der in jeder Folge mal mehr mal weniger weitergesponnen wird. Dazu gibt’s ein komplexes Universum inklusive zahlreicher interessanter und sich entwickelnder Charaktere (mein Favorit: Mr. Morton. Na, wer kennt den noch?). Allein mit G’Kar und Londo Mollari könnte man eine eigene Serie drehen.
Nachdem zu Beginn der vierten Staffel der Schattenkrieg beendet ist, ist leider ein wenig die Luft aus der Serie raus. Der menschliche Bürgerkrieg weiß zwar durchaus noch zu unterhalten aber man merkt bereits, dass zu diesem Zeitpunkt die Serie um’s Überleben kämpfen musste. Zahlreiche Handlungsstränge, die weitreichend angelegt waren, mussten deshalb kurzfristig zu einem Ende gebracht werden, nur um anschließend festzustellen, dass doch noch eine Staffel Zeit gewesen wäre, die Szenarien auszubauen.
Dafür wissen die zahlreichen Filme rund um’s Babylon 5 Universum richtig gut zu unterhalten. Teils führen sie neue Aspekte ein, teils spinnen sie noch offene Handlungsstränge weiter. Das gefällt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Babylon 5 wirklich eine tolle Serie ist. Zwar lässt sie in den letzten beiden Staffeln nach, bewegt sich jedoch trotzdem noch einem mittleren bis hohen Niveau.
Zur Zeit guck’ ich eine neue Serie, die jedoch auch schon abgeschlossen ist. Sprich: Die letzte Episode der Serie wurde bereits ausgestrahlt. Sobald ich mit der durch bin, gibt’s spätestens wieder einen Blogeintrag aus der Rubrik Serienkritik.
Nachtrag (am 19.02.2009):
Den besten Satz, an dem ich meinen Babylon 5 Artikel eigentlich aufhängen wollte, hab ich jetzt natürlich vergessen. Also reiche ich ihn hiermit nach:
“Jede empfindungsfähige Rasse hat eine Nahrung, die den Hackfleischbällchen der Menschen ähnelt” (G’Kar).

Aus dem Tagebuch eines Serienjunkies Teil II.
Sodala, nachdem’s im ersten Blogeintrag zur aktuellen Fernsehseason hauptsächlich negative Kritik gab, wird’s nun endlich Zeit, auch ein paar Lorbeeren zu verteilen.
Am wenigsten verdient hat die sich die aktuell dritte Staffel von Heroes. Klar, die ist wieder spannend in Szene gesetzt und macht Spaß. Außerdem können Hiro und Sylar praktisch tun und lassen was sie wollen, ich werd’ die beiden immer toll finden. Aber wirklich Neues hat die Staffel nicht zu bieten. Immer noch das Schema X aus den ersten 23 Folgen aus dem Jahr 2006/07: Erstmal massig Charaktere mit ihrem eigenen Handlungsstrang einführen von denen man nicht weiß, ob sie gut oder böse sind (dazwischen gibt’s wohl leider nix, was auch die Schlagwörter “Heroes” und “Villains” untermauern). Dann sich die Handlungsstränge fleißig kreuzen lassen, sodass ein Graphtheoretiker seine wahre Freude daran hätte um zum Schluss auf den großen Showdown hin zu arbeiten (darauf wird’s wohl hinaus laufen).
Dabei kommt es auch zu dem von mir postulierten “Fluch der Karibik II & III”-Effekt: Man muss sich eigentlich gar nicht merken, wer gerade welche Ideologie welcher Seite vertritt, denn zwei Folgen später wechselt er oder sie ohnehin wieder die Fronten oder ein eben erst geschlossenes moralisches Bündnis zerbricht. Außerdem ist Heroes wirklich mit Abstand diejenige Serie, in der der Satz “I’m sorry!” am allerhäufigsten vorkommt. Muss er auch, schließlich müssen sich die Charaktere auch für ihre ständigen Seitenwechsel entschuldigen.
Trotzdem macht Heroes Spaß: Oft sind die Charaktere einfach zu cool und/oder speziell, als dass man sie nicht gut finden könnte. Außerdem fesselt das Schema aus der ersten Staffel immer noch, auch wenn man sich da etwas weiter entwickeln könnte. Die letzte Serie in meinem heutigen Trio ist da ‘n ganz gutes Vorbild.
Californication ist einfach cool. Gut, die Haupthandlung dümpelt die meiste Zeit vor sich hin, aber bereits die erste Staffel der Duchovny-Serie lebte mehr von ihrer Situationskomik und ihrem Hauptdarsteller als von einem tollen Storybogen quer über die ganze Staffel.
So finde ich eigentlich kein richtiges Argument, auf das ich mit’m Finger zeigen könnte, weshalb mir die aktuelle Staffel richtig Bock macht. Wahrscheinlich sind’s einfach die ganzen Sex-Fettnäpfchen, in die Hank die ganze Zeit tritt. Seifenoper für Männer sozusagen. Auf alle Fälle wieder sehenswert für all diejenigen, die schon die erste Staffel richtig klasse fanden. Bleibt abschließend nur zu sagen: “Don’t be another Brick in the Wall!” (mein persönlicher Brüller bis jetzt. Naja, wohl nur deswegen, weil mir da mal nicht der popkulturelle Hintergrund gefehlt hat).
Jetzt gibt’s mal richtig fett Lob von mir: War die zweite Staffel von Dexter schon der absolute Hammer (ich würd fast sagen, das war die beste Staffel der letzten Season aller Serien die ich gesehen habe. Wobei’s schwer ist, sich zwischen Lost, House und eben Dexter zu entscheiden), so topt die aktuell dritte fast das Ganze noch. So will ich das sehen: Erste Staffel genial (und innovativ), zweite Staffel noch besser (weil genau richtig aus dem vorhandenen Potential geschöpft wird) und die dritte setzt fast nochmal einen drauf.
Jede neue Ladung Dexter bringt den Protagonisten in eine völlig andere und abgefahrene Situation, die er bewältigen muss. Dabei schafft es die Serie immer wieder hochklassige Spannung aufzubauen. Nicht zuletzt deswegen, weil’s unerwartete Wendungen am laufenden Band gibt. Ein großes Lob an die Drehbuchautoren für so viel Kreativität. Kreativ war man auch bei den Nebenrollen, mit denen man sich eigentlich allesamt identifizieren kann, weil sie so in sich stimmig und authentisch sind.
An all diejenigen, die gerade erst die erste Staffel im deutschen Free-TV sehen: Es kommt noch viel besser und danach nochmal viel viel besser.
Das soll’s wiedermal gewesen sein (will mir nämlich noch ‘ne Californication-Folge reinziehen *g*). Aber keine Sorge: Ich bin noch lang ned fertig mit dieser Season. Schließlich gibt’s ja auch noch die ein oder andere Serie, bei der ich noch ned zum gucken der aktuellen Staffel gekommen bin (Star Wars: The Clone Wars, Prison Break, Terminator: The Sarah Connor Chronicles, Knight Rider, …) oder bei der’s in diesem Winter noch gar nichts zum gucken gab (Lost, Nip/Tuck, Battlestar Galactica, …).
1 Kommentar vorhandenAus dem Tagebuch eines Serienjunkies Teil I.
Der Herbst hat Einzug gehalten und somit ist’s mal wieder an der Zeit, meine Serienkritiken zur aktuellen Season los zu werden. Da ich mittlerweile richtig viele Serien in meinem Programm habe, dachte ich mir, meine Meinung gleich in mehrere Blogeinträge aufzuteilen. Deshalb auch das “Teil I” im Titel. Los geht’s sozusagen mit dem unteren Ende der Fahnenstange, nämlich drei Serien, die ich nicht weiter verfolgen werde. Warum? Nun, das könnt ihr in den folgenden Absätzen lesen.
Opfer Nummer Eins ist Eureka. Nach zwei Staffeln muss ich sagen, dass ich selten etwas gesehen habe, was so viel Potential so gekonnt verspielt hat. Das seh’ übrigens nicht nur ich so. Meiner Meinung nach hätte man mit Eureka eine Serie schaffen können, die intellektuellen Humor auf hohem Niveau bietet, verknüpft mit vielen netten Anspielungen auf vergangene und aktuelle wissenschaftliche Ereignisse und Errungenschaften. Stattdessen wird Klischeeeinheitsbrei am laufenden Band serviert mit Geschichten, die wir schon hundert mal gehört haben und die so vorhersehbar sind wie der nächste Sonnenaufgang. Darüber hinaus ist das Ganze auch noch so dermaßen unrealistisch und stupide verpackt, dass man sich den wissenschaftlichen Hintergrund gleich hätte sparen können. Stattdessen wäre es sinnvoller gewesen, den stereotypen Charakteren mit ihren (Liebes-) Geschichten etwas mehr Farbe und Charakterentwicklung zu spendieren. Die hätten bessere Drehbuchautoren durchaus vertragen können, genau so wie die staffelübergreifenden Storybögen, die in Zeiten von Lost und Heroes einfach nur noch lächerlich wirken.
Bleibt eigentlich nur ein gutes Haar an Eureka, nämlich der Hinweis auf raue Mengen des Transurans Ununseptium in einer der Episoden, das ironischer Weise noch nicht erzeugt werden konnte, im Gegensatz zu seinem Nachfolger im Periodensystem der Elemente, dem Ununoctium. Mehr solche wissenschaftlichen Schmunzler wären wünschenswert gewesen. Da gibt’s bessere Serien vom SciFi Channel, zu denen ich aber in einem späteren Eintrag kommen werde.
Opfer Nummer Zwei ist Desperate Housewives. Da war ja schon nach der zweiten Staffel klar, wie so eine Season der verzweifelten Hausfrauen aussieht: Der Haupthandlungsstrang wird von einem neu in die Wisteria Lane gezogenen Nachbarn getragen, der ein irgendwie geartetes Geheimnis hat. Dazwischen gibt’s viele von den Hauptcharakteren und ihren Marotten motivierte Sketche und Minigeschichten. Das mag ein zwei Staffeln ganz unterhaltsam sein, spätestens nach der vierten ist das dann aber zum Gähnen langweilig.
Dachten sich wohl auch die Produzenten, als sie zwischen der vierten und der fünften Staffel einen Zeitsprung von fünf Jahren ansetzten. Das sollte für genügend neues Material sorgen. Denkste! Die aktuelle Staffel geht genau so weiter, wie die vorherige aufgehört hat. Ausnutzen des Zeitsprungs? Praktisch Fehlanzeige! So wenig wie der Neues in die Serie gebracht hat, hätte man ihn auch gleich weglassen können. Somit hat die Serie leider so gut wie nichts Innovatives mehr zu bieten, weshalb auch sie ad acta gelegt wird.
Opfer Nummer Drei ist Eli Stone. Im Gegensatz zu Eureka und Desperate Housewives gibt’s hier keine ellenlange Liste mit Argumenten, warum mir die Serie nicht gefällt. Das Szenario des Anwalts mit Gehirnaneurysma und (göttlichen ?) Visionen, die ihn vom Saulus zum Paulus wandeln, ist eigentlich ganz nett, gefällt mir persönlich aber schlussendlich dann doch nicht so gut, wie ich das beim ersten hören vermutete. Schlussendlich muss ich sagen, dass es bei dieser guten Idee blieb, die Serie aber sonst nicht all zu viel Neues zu bieten hat.
Einfach nicht mein Genre, diese Dramedies. Da geht halt zu oft zu viel rund, auch wenn die Protagonisten noch so tief in der Sch…, ähh in der Zwickmühle stecken. Von irgendwoher kommt dann doch meist die unverhoffte Rettung aus dem Nichts.
Sodala, nun genug der Kritik. In meinen nächsten Blogeinträgen zur Winderseason wird’s mehr Lob geben, versprochen *gg*.
4 Kommentare vorhandenHave you tried turning it off and on again?
Vor ein paar Tagen, diesmal durch reinen Zufall, bin ich über eine neue Serie gestolpert: The IT Crowd. Naja, neu stimmt jetzt nicht ganz, denn mittlerweile gibt’s schon zwei Staffeln à sechs Folgen à 25 Minuten. OK, andere Serien haben pro Staffel doppelt so viele Folgen wie die ganze bisherige Serie “The IT Crowd”, die auch noch doppelt so lang sind. Urkomisch ist meine neueste Entdeckung aber trotzdem.
Die Serie handelt von den beiden Mitarbeitern der IT-Abteilung eines großes britischen Konzerns Roy und Moss, die natürlich berufstypisch von niemanden gemocht werden und die nerdtypisch mit dem weiblichen Geschlecht auf Kriegsfuß stehen. Dementsprechend genervt meldet sich Roy bei all seinen einkommenden Telefonanrufen erstmal mit einem “IT – Have you tried turning it off and on again?”, gefolgt von “Are you sure it’s plugged in?”. Ihnen zur Seite steht Jen, eine Dame, die computertechnisch von Tuten und Blasen keine Ahnung hat sowie Richmond (mein Lieblingscharakter), einem Goth, der im Serverraum eingesperrt ist und ebenfalls computertechnisch nicht gerade ‘ne Hochspannungs-LED ist.
Klingt ja wie gemacht für einen Informatiker wie mich. Wie sich aber schnell heraus stellte, ist diese Serie für jeden geeignet der meint, er hätte in seinem Leben zu wenig zu lachen. Natürlich sind die beiden von der IT, Roy und Moss, richtige Computerg33ks. Die Anzahl der von jedem nicht sofort verstandenen Insider beläuft sich aber glücklicherweise auf Null. Stattdessen gibt’s pfundweise Situations- und Verwechslungskomik und das am laufenden Band. Das liegt auch an den anderen stereotypen Charakteren wie dem Chef der Firma, dem Karrieremann Denholm.
Auf jeden Fall eine Empfehlung und ich freu mich schon auf die dritte Staffel, deren Dreh in diesem Tagen beginnt. Zum Schluss noch ein kleiner Appetizer, das Intro der Serie:
Der Serienjunkie empfiehlt…
Heute möchte ich meiner Leserschaft eine weitere Serie empfehlen. Gestolpert bin ich über sie beim Durchstöbern von diversen Kritiken, die allesamt gut bis exzellent ausgefallen sind. Und da die Serie schon nach 13 Folgen aufgrund mangelnden Zuschauerinteresses abgesetzt wurde, war mir klar, dass sie mal einen Blick wert ist. Schließlich ist dieses Argument im Zeitalter von Reality-, Casting- und Dokushows eher ein Qualitäts- als abwertendes Kriterium, verspricht es doch mal ‘ne Serie mit etwas mehr Tiefgang. Von welchem TV-Event ich spreche? Von “Bis in die Spitzen”.
Die Grundhandlung ist schnell erzählt: Der Weiberheld Finn kehrt nach Berlin zurück um sich seine Flamme und einzig wahre Liebe aus Jugendzeiten unter den Nagel zu reißen. Die ist mittlerweile erfolgreiche Unternehmerin und glücklich verheiratet, verfällt aber trotzdem Finns Charme. Die Story an sich ist jetzt vielleicht nicht die neueste und innovativste, aber die Umsetzung und vor allem die schauspielerische Leistung ist überragend, von der bedrückenden Atmosphäre gar nicht zu sprechen.
Zahlreiche Nebencharaktere sorgen für tolle Sidestories abseits vom Hauptplot. Das bietet viel Potential für abwechslungsreiche Unterhaltung. Weiterer Pluspunkt der Serie ist, dass immer was weitergeht. Da wird nicht die halbe Staffel gewartet, bis mal ein schmutziges Geheimnis an die Oberfläche kommt. Außerdem verhalten sich alle Rollen sehr authentisch, abseits von übertriebenen Gefühlsgedusel oder Verhalten à la “Zwei bei Kallwass”.
Dass die Serie in Deutschland gefloppt ist, kann ich mir gut denken, denn man muss viel “zwischen den Zeilen lesen” und viele interessante Aspekte werden nur angedeutet, oft aber nicht explizit erwähnt. Das macht die Serie äußerst vielschichtig und führt dazu, dass in wenigen Episoden sehr viele äußerst komplexe Personen eingeführt werden.
Mit ihren 13 Episoden fällt die Serie recht kurz aus, weshalb sich jeder Serienjunkie ruhig mal ein Bild von ihr machen sollte. Bereuen dürften’s wohl die wenigsten. Zwar basiert “Bis in die Spitzen” auf einer BBC-Serien, nichts desto trotz mal eine äußerst erfreulichen deutsche Fernsehproduktion.
Kein Kommentar vorhandenIn der Not frisst der Teufel neue Serien.
Was macht man, wenn die Seriensaison aufgrund des Drehbuchautorenstreiks in Hollywood dieses Jahr eher spärlich ausfällt? Genau, man sieht einfach noch mehr Serien an, nämlich die, die man bisher noch nicht kannte.
Da kam’s mir ganz recht, dass da Mane g’meint hat, ich sollte mal ‘nen Blick auf Prison Break werfen. Er hat so nebenbei im Fernsehen ein paar Folgen aufgeschnappt und die sahen recht vielversprechend aus. Gesagt getan: Schwupp die wupp die erste Staffel nach Hause geholt und festgestellt, dass das eine gute Entscheidung war.
Am Anfang war ich doch eher skeptisch, denn die Story kam mir jetzt nicht all zu originell vor: Kleiner Bruder begeht Verbrechen damit er zu großem Bruder ins Gefängnis kommt um dort mit ihm zusammen auszubrechen. Dieser sitzt nämlich in der Todeszelle, beteuert aber seine Unschuld, jedoch glaubt anfangs außer seinem Bruder niemand an ihn. Packt man noch eine Verschwörungstheorie rund um die Vizepräsidentin dazu, schon hat man die erste Staffel von Prison Break.
Aber da ich an dieser Stelle über die Serie schreibe zeigt schon, dass meine Zweifel unbegründet waren: OK, die meisten Storyelemente hat man wo anders schon gesehen. Außerdem handelt es sich ja nicht um das erste Fernsehwerk, dass sich mit einem Gefängnisausbruch beschäftigt. Das ganze ist aber äußerst spannend gemacht und so ein Ausbruch bietet sehr viele Möglichkeiten für Cliffhanger am Ende der Episoden. Also ganz deutlich ein Daumen hoch für die Serie.
Deshalb hab ich mir auch schon die zweite Staffel nach Hause geholt und in Amerika läuft im Moment soweit ich weiß die dritte (auch verkürzte) Staffel.
Außerdem lief vergangenen Samstag Doctor Who auf ProSieben an, nachdem die Serie schon längere Zeit in den Schubladen des Senders schlummerte. Von da Steph und’m Christoph hatte ich von der Serie schon gehört, allerdings noch nicht so recht Lust, mir mal ein paar Folgen reinzuziehen. Da kam mir die Premiere auf ProSieben ganz recht und auch wenn da Dom die deutsche Synchro bemängelt hat die Serie ‘nen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Tut gut wieder mal was mit mehr Humor zu sehen. Das werden bestimmt nicht meine beiden letzten Folgen Doctor Who gewesen sein und wenn die Serie wirklich was taugt, werd ich sie mir ohnehin auch auf Englisch besorgen.
Kaum sind die neuen Serienstaffeln da, sind sie auch schon wieder weg.
Eigentlich sollte das hier ja mein Blogeintrag zum Start der diesjährigen Seriensaison werden. “Dank” des Drehbuchautorenstreiks in Hollywood jedoch kann ich auch gleich mal mein Resumé zu den meisten Serien, die diesen Winter laufen/liefen, abgeben.
Ganz allgemein kann man sagen, dass dieser Serienwinter qualitativ ein richtig guter ist: Alle Serien können das hohe Niveau der letzten Staffel halten (zum Beispiel Heroes), es sogar übertreffen (wie Dexter) oder einen temporären Durchhänger gut überwinden (bestes Beispiel ist da Nip/Tuck).
Allerdings sind gleich zwei meiner Lieblingsserien Opfer des schon eingangs erwähnten Drehbuchautorenstreiks geworden, nämlich Desperate Housewives und Dexter. Bei beiden Serien merkt man voll, dass in den erschienenen Folgen zahlreiche Handlungsstränge aufgebaut wurden, die jedoch mit dem unfreiwilligen Ende der Staffel abrupt zunichte gemacht wurden (beziehungsweise werden mussten). Zwar hat man es geschafft, das vorzeitige Staffelende halbwegs vernünftig mit den ohnehin geplanten Folgen zusammen fallen zu lassen, ein gewisses “Abhacken” ist aber trotzdem voll zu spüren. Sehr schade, denn die aufgebauten Handlungsstränge in beiden Serien hatten sehr sehr viel Potential. Aber nun zu den Serien im Einzelnen:
Die beste Serienstaffel dieses Winters ist meiner Meinung nach die zweite Staffel von Dexter. Das soll nicht heißen, dass die zahlreichen anderen Serien, die ich mir anschau’ diesen Winter nicht gut sind, aber Dexter sticht nochmal positiv heraus.
Obwohl die Episoden mit über 50 Minuten Spielzeit immer etwas Überlänge haben war diese Staffel so dermaßen kurzweilig, dass ich es wie bei keiner anderen Serie nicht mehr erwarten konnte, bis die nächste Episode ausgestrahlt wird. Soo oft stand man kurz vor dem Punkt an dem man sagte, dass das dunkle Geheimnis von Dexter jetzt einfach auffliegen muss. Eine richtig richtig spannende Krimiserie.
Da kam es mir ganz recht, dass ich an die zwölfte und letzte Episode der Staffel frühzeitig ran gekommen bin, in der sich sehr viel in Wohlgefallen auflöst aber ohne, dass dies künstlich wirkt. Nur dass Sgt. Doakes stirbt, find’ ich etwas schade. Den mochte ich recht gern, weil er irgendwie, vor allem in dieser Staffel, der Antiheld im Vergleich zu Dexter war, der für sich selbst ja eigentlich schon irgendwie ein Antiheld ist. Aber zum Glück starb Doakes nicht durch die Klinge Dexter’s.
Eine Serie, die ich erst seit letztem Sommer schaue ist Desperate Housewives. Naja, eigentlich ist das ja mehr die Serie von meiner Meerjungfrau, aber da es sich bei Desperate Housewives um leichte, schön beschwingte und seichte Handlung handelt, eigenet sie sich sehr schön zum Abschalten.
Auch in der vierten Staffel wurden viele verstrickte Fäden von Verschwörung und Geheimnistuerei gesponnen, die jedoch abrupt durchschnitten wurden, denn nach gerade einmal neun Episoden fiel Desperate Housewives dem Drehbuchautorenstreik zum Opfer. Das tat der Serie gar nicht gut, denn viel war in den ersten neun Episoden eigentlich nicht passiert. Dafür gibt’s am Ende nochmal ‘ne richtig spektakuläre Folge und ‘nen richtig tollen Cliffhanger.
So richtig hart vom Drehbuchautorenstreik getroffen wurde auch Heroes. Gerade bei einer Serie mit so vielen Charakteren ist es wichtig, dass so eine Staffel gut durchdacht ist was natürlich nichts nutzt, wenn die Season nach gerade einmal elf Episoden vorzeitig abgebrochen wird.
Viele haben geschimpft, dass sie es lieber gehabt hätten, wenn sich die Story an den bisher bekannten Charakteren weiter entwickelt anstatt eine Vielzahl neuer Personen und Fähigkeiten einzuführen. Mir gefiel das jedoch recht gut weil ich finde, dass die neuen Charaktere gut in die bisher bestehenden Handlungen eingebaut wurden. Außer vielleicht die Sache mit Caitlin. Aber das ist ja auch ‘ne Sache, die mit Peter zu tun hat und den ich ohnehin nicht so gern mag. Dafür war der Handlungsstrang von Hiro wiedermal grandios.
It’s back: Nip/Tuck. Nach einer eher durchwachsenen viertel Staffel letzten Winter tut der Locationwechsel nach Los Angeles der Serie richtig gut. Und das Beste: Da Pruduzent und Drehbuchautor bei Nip/Tuck die selbe Person sind, braucht man ein unvorhergesehenes Ende der Staffel nicht befürchten, die diesmal ohnehin mit fast doppelt so vielen Episoden wie sonst aufwartet.
Viele neue Aspekte fließen in die Staffel ein, was natürlich aufgrund der neuen Location in Hollywood ein Must ist. Dies gewürzt mit typischen Nip/Tuck-Tugenden wie Sex, Skandale, Provokation, Verführung und Christian Troy ergibt äußerst unterhaltsame und amüsante 45 Minuten. Nur die Patienten kommen meiner Meinung nach wieder etwas zu kurz, was der Serie in den ersten beiden Episoden viel Charme gab. Aber das hab ich ja auch schon bei den letzten Staffeln bemängelt.
Bis Januar und dem Start von 24 ist Nip/Tuck jetzt die einzige englischsprachige Serie, die bei mir im Terminkalender steht.
Ein bisschen aus der Reihe tanzt die Serie Dr. House. Denn hier sehe ich im Moment erst die im deutschsprachigen Raum ausgestrahlte dritte Staffel anstatt der in den USA laufenden vierten. Das hängt damit zusammen, dass ich ja aufgrund meines Nebenfachs ein wenig Ahnung von Medizin hab und deswegen auch den Krankengeschichten folgen will, was mir in der englischen Version beim besten Willen nicht gelingt. Zwar hab ich gehört, dass die vierte Staffel wieder grandios sein soll, für mich gibt’s die dann aber aller Voraussicht nach erst nächstes Jahr zu sehen.
Auch die dritte Staffel ist ähnlich den ersten beiden Staffeln aufgebaut: In der ersten Hälfte gibt es eine mehrere Episoden überspannende Nebengeschichte, während es bei der zweiten Hälfte eigentlich egal ist, in welcher Reihenfolge man die Folgen sieht. Das ist wohl auch der Grund, warum es keinen Satz “previously on House” gibt. Diesmal wird die Vicodin-Sucht von Greg House beleuchtet, genauer gesagt, wie er mit ihr und dem Gesetz in Konflikt gerät. Natürlich geht’s dabei wiedermal um die Prinzipientreue und Dickköpfigkeit von House. Aber ich will hier nicht zu viel verraten. Dafür hat man die damalige echte Verlobung der Schauspieler von Cameron und Chase für eine kleine Liebesgeschichte in der Serie verwendet.
Es sind ja nur noch wenige Episoden der dritten Staffel, die mir jetzt noch fehlen und ich muss sagen, dass sie das Niveau der ersten beiden Staffeln meiner Meinung nach halten kann. Also freu ich mich schon riesig auf die vierte, in der’s ja einige personelle Änderungen gibt.
Bleibt nur zu hoffen, dass die beiden von mir favorisierten Serien, die erst nächstes Jahr anlaufen (24 soll im Januar kommen, Lost sogar erst im Februar), nicht so stark vom Drehbuchautorenstreik betroffen sind wie Desperate Housewives und Heroes. Außerdem dürfte es im Sommer wohl eine fünfte Staffel 4400 geben. Genügend Handlung wär ja vorhanden.
Von vielen Seiten hab ich schon gehört, dass es zahlreiche Bestrebungen gibt, die geplanten Inhalte der dem Streik zum Opfer gefallenen Serien doch noch an den Mann, als an’s Fernsehpublikum zu bringen. Allerdings weiß ich da nichts näheres. Wer sich da im Moment besser auskennt als ich, kann ja ‘nen Kommentar verfassen.
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